Daniel Reiche
Wir haben jeden Monat auf’ s Neue die Qual der Wahl unter den vielen von euch den People des Monats zu bestimmen. Diesmal ist unsere Wahl auf einen Hoyerswerdaer Kreativling gefallen, der schon so manchem Lausitzer tolle Partystunden, Berichte, Beiträge und auch sonst so manche „art“ beschert hat.
Daniel Reiche ist 29 Jahre jung, DTP-Fachmann bei der Sächsischen Zeitung in Hoyerswerda und der Kopf der Agentur „arteffective“. Insomnia hat dem Allrounder ein paar Facts entlockt:
Was verbirgt sich hinter arteffective?
arteffective ist ein Fantasiename. Ich habe Mitte der 90er ein paar Grafiken gebastelt und ein Künstlername musste her. Daraus entstand ja dann auch ae-pool.de und Jahre später bekam den Namen meine, ich sage mal ganz altmodisch “Werbeagentur”.
Du sprichst ae-pool.de an. Seit wann bist du damit am Start und was steckt hinter diesem Projekt?
Ja, ae-pool.de gibt es seit 1999, davor war der Inhalt der Seite eher doch dilletantisch auf diversen FreeSpaces verteilt. Das hat sich dann immer mehr entwickelt, auch wegen des enormen Zuspruchs, denn so ein Podium mit Dates, Reviews usw. für elektronische Musik gab es ja zu dem Zeitpunkt in Ostsachsen noch nicht. Das ganze wurde dann trotz der vielen Reviewschreiber als Ein-Mann-Hobby doch etwas zu umfangreich, sodass die Seite in abgespeckter Form seit 2005 als Blog weitergeführt wird. Ein großes Danke an Carsten, der mich hierbei dicke unterstützt.
Bist du durch ae-pool.de auch zum Auflegen gekommen?
Nun ja. Wie bei anderen, fing es bei mir als einfacher Konsument an, das war so Anfang der 90er. Da wurde ja fast alles gekauft, was auf Vinyl rauskam, Internet und so war ja da noch nicht. Weiter der übliche Weg: Auflegen bei Privatpartys und befreundeten Veranstaltern in der Region. ae-pool.de kam mir da natürlich auch sehr zu Gute.
Als DJ nennst du dich „Reydan“. Welchen Style kann man sich bei Dir vorstellen?
Alles im 4/4-Takt. Housemusik in all seinen Facetten (Deep-, Funky-, Tech-, Brazil-, Minimal-) um die tanzbaren 125 bis 130BPM herum. Am ehesten ist mein Sound mit Freestyle zu bezeichnen. Der Großteil meiner Platten sind Importe aus den USA oder UK; viele Chicago House Nummern, Whitelabels und ein Batzen Classics. Hauptsache es funktioniert auf der Tanzfläche und wird nicht langweilig, egal zu welcher Stunde. Taktgeber ist und bleibt jedoch immer das Publikum.
Apropos Partys, Du bist ja auch selbst Veranstalter?
Richtig, unter dem Namen Golden Cat veranstalte ich mit meinem guten Freund Alex diverse Partys (z.B. Sexy Nights) in Hoyerswerda. Basis war ja damals die Open Box 2002 in Hoyerswerda.
Open Box?
Ja, eine größere Techno-/House-Sause. Singwitz war ja da mein großes Vorbild und blauäugig, wie ich damals war, wollte ich da auch so eine Party aufziehen. Da war ein Hannes Teichmann da oder Brixton. Ich war stolz wie Oskar, letztendlich ging dann Vieles schief und ganz so glücklich war ich nach der Party nicht; im Prinzip war es aber ganz gut, gleich zu Beginn so auf die Fresse zu fallen.
Gab es Besserung?
Sagen wir mal so, es ging bergauf. Ich hatte dann noch einen kleinen Club (Mirabell), eher so zum Rumprobieren. Später dann nur noch Partys wie zum Beispiel die Sexy Nights in extravaganten Lokalitäten (Lausitz-Center, alter Ratskeller, Foyer Lausitzhalle…).
Du bist auch mit visuellen Geschichten am Start, was ist das genau?
Du meinst unsere Dia-Visuals? Das sind Projektionen mittels Dia-Projektoren. Wir sind da mit Golden Cat eher so reingerutscht, da es erst nur für unsere eigenen Partys vorgesehen war. Doch dann kamen andere Veranstalter und fragten, ob es die Geräte auch zum Anmieten gibt, so kam eins zum anderen und momentan haben wir über einhundert Geräte im Verleih.
Zurück zu Dir. Was hat dich geprägt?
Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen und das allein fordert von einem Kind schon viel Kreativität. Sonst war das Radio auch Grund meines Musikliebhaberei. “electronics”, “partyzone” oder “dancehall” auf DT64, treibhouse auf 1LIVE waren Pflichprogramm.
Wie siehst du die Entwicklung deiner Arbeit, gerade auch hier in der Lausitz? Gibt’s Ereignisse auf die du besonders stolz bist?
Stolz. Hmm. Es freut mich, wenn irgendetwas, dass unter meiner Hand entstanden ist, so positiv angenommen wird und man seinen Teil dazu beiträgt die Lausitz voranzutreiben. Egal in welcher Hinsicht. Wie sehen Deine Zukunftspläne aus, hast Du schon neue Projekte in petto? Viel Neues erst einmal nicht. Im Oktober installieren wir unsere Dia-Visuals im Rahmen eines Kunstprojektes im Lausitzer Bergbaumuseum Knappenrode, das ist schon was Großartiges, da so etwas ja komplett aus dem Partykonsens herausbricht.
Daniel Reiche werden die Ideen wohl nie ausgehen. Man darf gespannt sein, was da noch alles so kommt! Überzeugt euch selbst von seiner Arbeit und seinem Engagement im Internet unter:
www.myspace.com/reydan
ae-pool.de
golden-cat.de
arteffective.de
drug-infopool.de
Schlagworte zu diesem Beitrag:AE pool, People, Sexy Nights






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