RSS-Feed abonieren Seite bei del.icio.us bookmarken Dein Freund paul bei Facebook
paul - Dein Freizeitplaner als PDF anschauen

Zu House bei den Boogie Pimps

Boogie PimpsWie ihr seht, bei uns in der Redaktion wird’s nie langweilig. So starteten wir doch kürzlich eine nette Ausfahrt in das benachbarte Thüringen nach Erfurt. Ziel und Treffpunkt war der landesweit bekannte Joue Joue Club. Diesen betreibt kein geringerer als der Frontmann Markus der Boogie Pimps.

Direkt am Club treffen wir gegen Mittag auf die beiden Boogies Mark und Jon. Jon ist Australier und spricht noch nicht sehr gut deutsch, aber seine nächste Unterrichtseinheit hat er gleich noch am Abend, erzählt er uns, und bis es halbwegs sitzt, muss es halt noch in Englisch gehen.

Schon vom Ambiente rings um dem Club sind wir verzaubert. Ganz unscheinbar gelegen in mitten eines riesengroßen, bunt bepflanzten Garten-Territoriums. Wir werfen kurz einen Blick hinein in „einen der letzten Beatläden in der Region“, wie Mark meint. Nicht sehr groß, aber stilvoll in warmen Rottönen gehalten, erinnert der Club fast schon an ein Liebesnest.

Aufgrund des schönen Wetters entscheiden wir unser Interview in den heimischen Garten von Mark zu verlegen. Dort angekommen springt uns erst mal Windhunddame Ava entgegen, ein paar Katzen flanieren durch den ebenfalls sehr liebevoll angelegten Garten. Gebaut wird auch noch fleißig, also wie man sieht, neben einem verrückten Party- und DJ-Leben mögen es die Profis ländlich und bodenständig. Wir machen es uns bei einem Kaffee im Garten gemütlich und plaudern über die Boogie Pimps und ihre Arbeit.

Kurzbiographie

Bevor wir in unser Interview starten hier eine kurze Bio:
Boogie Pimps Logo Boogie Pimps ist ursprünglich das Projekt der beiden Erfurter DJs Mark J Klak und ehemals Mirko Jacob. Die Zusammenarbeit begann 1999, als Mark J Klak bei Antenne Thüringen auf Mirko stieß, der dort seine eigene Radiosendung “der Club” hatte. Sie verstanden sich auf Anhieb, und Mark lud Mirko zu sich in seinen eigenen Club Joue Joue ein. Im Herbst 2002 veröffentlichten die Boogie Pimps nach langer Tüftelei im Studio ihre erste gemeinsame Platte, zunächst eine Privatpressung. Der Name lautete Saltshaker. Das Original stammte von Jefferson Airplane. Diese Promo war dann so erfolgreich, dass das Label Superstar auf sie aufmerksam wurde und unter Vertrag nahm. Später, 2003, hieß die Platte dann nicht mehr Saltshaker, sondern Somebody to love. Mit diesem Hit erreichten sie Anfang 2004 die Top Ten der britischen und australischen Charts. Auch ihre zweite Single Sunny ist eine Coverversion. Das Original stammt von Bobby Hebb. Leider gab es aber auch Veränderungen der unangenehmen Art. Seit Juli 2005 hat sich Mirko Jacob aus privaten und gesundheitlichen Gründen komplett aus der Pimps -, Joue Joue Familie und dem DJ Leben zurückgezogen. Hinzugesellt hatte sich dafür DJ Mighty Yo. Bis heute hat sich allerdings schon wieder viel getan. Die Besetzung hat sich erneut verändert. Kopf der Boogie Pimps ist nach wie vor Mark J Klak, der jedoch mittlerweile mit dem Australier Jon Henderson zusammen produziert und an den Turntables steht. So siehts aus! Und es hat sich noch mehr verändert. Aus 2 Pimps sind nun einige mehr geworden, Pimps Industries ist gewachsen. Mit Verstärkung einiger Studiomusiker sind die Boogie Pimps und Band auch mit 10 Vollblutmusikern im Großformat zu erleben.

Das Interview

Interview Boogie PimpsHier nun unser exklusives Gespräch mit den Boogie Pimps, wobei sich Jon etwas zurückgehalten hat, da sein Deutsch halt noch nicht so flott und umfangreich sitzt:

Markus: Also ich bin wirklich erstaunt, das sich heute noch jemand die Mühe macht und wegen einem Interview vorbeikommt. Das ehrt uns sehr!

Insomnia: Ja gerne doch! Ist mal was anderes! So bekommen die Leute mal ’nen anderen Einblick. Außerdem spielt ihr ja demnächst in unseren Landen! Wir kommen nun gerade aus eurem eigenen Club. Was macht eurer Meinung nach heutzutage eine gute Party oder einen Club aus?
Markus: Am wichtigsten ist ein gutes Soundsystem. Die Security muss passen, gute Getränke und eine ordentliche Beleuchtung sind das A und O!

Insomnia: Was macht euch als DJs und Musiker dabei aus?
Markus: Wir funktionieren am allerbesten in einer guten Umgebung und wenn, wie bereits gesagt, alles passt, dann liefern wir auch den besten Sound dazu! Leider haben die Leute in den letzten 10 bis 15 Jahren Clubkultur ein wenig verlernt, was Musik eigentlich bedeutet und wie beispielsweise eine Band live funktioniert. Deshalb haben wir uns in diese Richtung weiterentwickelt und haben eine klassische Band von mittlerweile 10 Musikern formiert, mit der wir auch auftreten. Ein Saxophon, ein Keyboard, Sänger, Tänzer, Pyro, das ganze Programm können wir bis zu zwei Stunden live bieten. Ich selbst habe ja auch Musik studiert und da war der Weg zur professionellen Band ein weiterer Schritt.

Insomnia: Was und wer hat euch grundlegend musikalisch beeinflusst?
Markus: Definitiv meine Zeit in New York 1994 rum. Ich hatte da damals Bock drauf und lebte dort 1,5 Jahre als Au Pair. Das Cosmopolitan- Feeling war’s wohl auch. An die Nummer der Bucked Heads erinnere ich mich auch noch gerne. Hip Hop spielte damals ebenfalls eine große Rolle. Dr. Dre, Wutang, die Red Hot Chilli Peppers und natürlich Daft Punk und Motown fand ich richtig gut!

Insomnia: Was hat euch so populär gemacht, habt ihr ein Erfolgsrezept?
Markus: Wir setzen uns mit unseren Tracks wirklich auseinander. Ganz wichtig ist auch du selbst zu sein! Du musst dich permanent und leidenschaftlich mit der Musik beschäftigen! Ich denke dann erzielt man auch hohe Qualität. Besonders geschätzt wird das noch in Australien. Unser großer Erfolg dort drüben hat uns schließlich eine enorme Entwicklung zugesprochen. Heute stehen 15 Leute hinter der Agentur und arbeiten für uns hinter den Kulissen. Das ist schon eine große Verantwortung.

Insomnia: Ihr seid nun viel in Australien und Russland unterwegs. Was macht den Unterschied zu den deutschen Partys?
Markus: Also ihr könnt es euch sicher nicht vorstellen, aber gegen russische Partys stehen wir hier mitunter wie ein Entwicklungsland da. Dort geht ordentlich die Post ab. In Australien läuft alles sehr professionell ab. Dort liegt das Zepter in den Händen von einigen wenigen Agenturen und Labels und ist nicht so überlaufen wie bei uns.

Boogie PimpsInsomnia: Was bedeuten denn Internetplattformen wie myspace etc. für euch?
Markus: Ja es ist eine Plattform und zum anderen fortschreitender Exibitionismus. ;-) Moden kommen, Moden gehen. Grundsätzlich bleibt trotzdem, das die Leute deine Musik und nicht nur dein Profil mögen und dich gern auflegen hören. Es zählt dein eigenes Ding.

Insomnia: Was steht in den nächsten Monaten so an bei euch?
Markus: Also jetzt gibt’s ja erst mal unsere neue Single „Then came you“. Im September steht wieder eine Australien-Tour an, auf Russland-Tour gehen wir auch noch mal und Asien gehört ebenfalls zu unseren Stationen. Naja und in Deutschland sind wir ja auch noch unterwegs. Dickes Programm also!

Insomnia: Wow, wie meistert ihr das alles? Möchtet ihr nicht irgendwann mal zur Ruhe kommen?
Markus: Wenn man schon das Privileg besitzt Musik machen zu können, was kann es Schöneres geben. Ich bleibe auf jeden Fall dabei. Ich habe mit 4 Jahren angefangen Klavier spielen zu lernen, später habe ich Klarinette in Weimar studiert und heute spiele ich Saxophon. Musik ist Expressionismus! Entweder ganz oder gar nicht! Natürlich ist bei der Umsetzung auch Team- Work ganz wichtig! Gewisse Strukturen und einen Head braucht man. Kein minimal sondern maximal- Prinzip!

www.boogiepimps.de | www.myspace.com/realboogiepimps | www.jouejoue.de

Schlagworte zu diesem Beitrag:, , , , ,


Diesen Beitrag weiterempfehlen



Informationen zum Beitrag


Eine Antwort zu “Zu House bei den Boogie Pimps”

  1. Insomnia-mag » SonneMondSterne 2010 Lineup komplett! schrieb am 02.07.2010 um 16:07 Uhr:

    [...] // Marcus Meinhardt // Empro // Tobi Neumann // Markus Kavka // Toni Rios // Frank Lorber // Boogie Pimps // ElectroFerris // Egbert live // Krause Duo // Anton Pieete // Stefan Bodzin // Beroshima // [...]

Dein Freund paul möchte Deine Meinung zum Thema kennen lernen...