Silbermond
„Das Beste“ ist die dritte Auskopplung von ihrem Nummer-Eins-Album „Laut gedacht“. Damit hat es erneut eine deutschsprachige Rockband direkt auf Platz 1 in die deutschen Top 100 Single-Charts geschafft. Silbermond. Die bisher erfolgreichste Single „Symphonie“ landete auf Rang 5 im Jahr 2004. Nun scheint der Bann gebrochen, sie stehen absolut an der Spitze. Wie sie heute denken, fühlen, ihre Songs produzieren und noch viel mehr, lest selbst:
Welche Gefühle empfindet Ihr dabei, dass Euer Album und Singleauskopplung auf Platz Eins sind?
Wir können das immer noch nicht so richtig fassen! Wir freuen uns natürlich sehr darüber, dass wir mit unserer Musik so viele Leute erreichen!
Wir hätten das wirklich nie erwartet und möchten an dieser Stelle unseren Fans für ihre große Unterstützung danken! Denn ohne genau diese Leute, wäre das, was wir hier gerade erleben, überhaupt nicht möglich!
Wie wichtig ist für Euch eine derartige Platzierung in den Album-Charts oder wie jetzt die Top-Platzierung in den Single-Charts?
Natürlich ist es für jede Band was ganz besonders, irgendwann einmal auf Platz 1 der Musikcharts zu sein, aber wir machen Musik nicht, um damit weit hoch in die Charts zu kommen. Viel wichtiger ist, dass man als Band stolz auf seine Musik ist und da kann ein Album auf 98 oder auf Platz 1 in die Charts einsteigen, wir wären mit beidem extrem zufrieden gewesen, obwohl es natürlich schön ist, wenn viele Menschen deine Musik und deine Geschichten mit dir teilen.
Was möchtet Ihr emotional mit der aktuellen Singleauskopplung „Das Beste “ausdrücken? Wer hat den Text dafür geschrieben und um welche Person handelt es sich?
Es ist im Nachhinein immer schwer zu sagen, wie oder warum ein bestimmter Song entstanden ist. Wir waren schon immer eine Band, bei der Musik einfach passiert. Wenn uns irgendwas bewegt, ärgert oder Ähnliches, dann wird daraus früher oder später ein Song entstehen. Das kann manchmal Jahre später sein. Von daher ist es schwer zu sagen, für wen dieses Lied geschrieben wurde. Thomas kam eines Tages mit diesem Song in den Proberaum und spielte ihn uns vor, übrigens der erste, der am Klavier entstand, obwohl er immer wieder betont, dass er das Klavierspielen nie gelernt hat und es eigentlich nicht kann.
Es geht einfach, darum, dass man im Zuge des Alltags oft vergisst, was wirklich wichtig ist im Leben. Es sind die Menschen um dich, die deinen Tag lebenswert machen. Das können deine Eltern sein, dein Kind, dein Partner, dein Bruder. Man beobachtet viel zu oft, auch bei sich selber, dass man diese Menschen als gesetzte Größe hinnimmt und als selbstverständlich betrachtet und merkt vielleicht erst dann, wenn man jemanden verloren hat, dass man ihm viel zu selten das Gefühl gab, glücklich darüber zu sein, dass er da ist. Und genau darum geht es in diesem Lied.
Ihr befindet euch auf einer fetten Deutschland-Tour, wenn man Euren Terminplan begutachtet – sieht man, dass Ihr ganz schön viel unterwegs seid. Was macht Ihr dafür, um das durchzustehen?
Was heißt hier durchstehen? Es ist das, was wir am liebsten tun – auf Tour sein! Natürlich ist das, vor allem körperlich, jeden Tag Leistungssport, aber wir sind ziemlich fit, machen ab und zu ein bisschen Sport, dann passt das schon – es gibt nichts schöneres, als auf Tour zu sein!
Wann verspürt Ihr die größte Sehnsucht nach etwas Ruhe und Privatleben? Gibt es Eure berühmte WG in Berlin noch?
Nein, die WG gibt es nicht mehr. Wir haben jetzt alle jeweils eine kleine Wohnung in Berlin. Unser Hauptsitz bzw. unsere Heimat ist und bleibt aber natürlich weiterhin Bautzen, unsere Heimatstadt.
Wir konnten in den letzten Jahren unseren Traum verwirklichen, da schaut man nicht auf die Uhr, wann man denn endlich „Feierabend“ und Ruhe hat.
Die Musik nimmt oftmals schon Tag und Nacht ein und wenn jemand mal etwas Abstand braucht oder allein sein will, kann er das jederzeit tun. Aber das ist, wie schon gesagt, super entspannt bei uns.
Wir schreiben das Zeitalter von Internet und technischen Entwicklungen wie Tauschbörsen Laptop, MP3, DVD, I-Pod ect. Wie steht Ihr dem gegenüber?
Fortschritt und Entwicklung sind ja immer ein gutes Zeichen. Schlecht ist es, wenn Mensch und Fortschritt nicht harmonieren.
Gerade was die Weiterentwicklung der technischen Geräte im Bereich des Musikkonsums angeht, macht dies ja oft nach aussen hin diese Wirkung.
Die vielen Möglichkeiten des „wie kann ich Musik hören“, können natürlich eine größere Bandbreite der verschiedenen Geschmäcker bedienen……jeder kann für sich entscheiden: kaufe ich eine CD oder lade ich es mir lieber aus dem Internet runter und spiele es auf meinen mp3-player…….Auch für junge Bands wird dadurch eine große Plattform geschaffen, denn sie können ihre Songs als mp3 auf ihre Homepage stellen und damit viele Leute erreichen.
Dennoch gibt es natürlich neben den „positiven“ Fortschritten auch die „negativen“ Nebenerscheinungen. Illegale Downloads, Klingeltöne…….hier wird die Frage nach dem „Wert der Musik“ laut. Wenn das Gleichgewicht zwischen dem, was die Menschen schaffen (ob es Musik oder Filme sind) und dem, wie es die Menschen dann konsumieren, stimmt, dann ist das gut.
Welche musikalische Vorbilder habt Ihr, wer hat Euch geprägt? Welche CD habt Ihr Euch zuletzt gekauft?
Die musikalischen Einflüsse sind bei jedem von uns ganz unterschiedlich:
Johannes ist großer Red Hot Chili Peppers Fan, hört aber auch gern Bands wie „Rage against the Machine“ oder „Jamiroquai“.
Letzte gekaufte Platte: Stadium Arcadium (RHCP)
Andreas hört leidenschaftlich gern „Led Zeppelin“, aber genauso auch Klassik und Rammstein.
Letzte gekaufte Platte: die LIVE DVD von Rammstein (Völkerball)
Thomas hingegen liebt die Berliner Band „Myballoon“, ansonsten hört er Bands wie die „Foo Fighters“, „Coldplay“, „Kean“
Letzte gekaufte Platte: „The Fray“ (How to save a life)
Stefanie ist großer Fan der Bands „Die Happy“, „Incubus“. Sie hört aber auch gerne „Alanis Morrissette“.
Letzte gekaufte Platte: No Nuts no glory (Die Happy)
Eure Heimatstadt ist Bautzen, das 60km nördlich von Dresden, also in Sachsen liegt. Bautzen ist mit 40.000 Einwohner eine recht beschauliche Kreisstadt und ist bekannt durch ihre schöne Altstadt und dem St. Petri Dom. Bautzen hat eine bereits 1000jährige Geschichte, leider auch durch den 2.Weltkrieg eine dunkle Seite. Dort entstand ein Internierungslager der Besatzungsmächte, sprich die Landesstrafvollzugsanstalt wurde umfunktioniert und über 2000 Menschen fanden dort den Tod. Wie sehr hat Euch Eure Heimatstadt geprägt und gerade auch mit dieser Geschichte?
Seine Heimatstadt verbindet jeder wohl in aller erster Linie mit seinen Erinnerungen. Das bedeutet mit Familie, Freunden, Schule…..aufgrund unseres Alters reichen unsere Erinnerungen natürlich nicht mehr in die Zeit zurück, in der die Geschichte unserer Stadt besonders geprägt wurde, denn da waren wir ja noch nicht mal auf der Welt. Aber man weiß darum und das Thema wird auch intensiv in der Schule behandelt. Heute gibt es dort eine begehbare Gedenkstätte, in der viele Führungen mit Schulklassen gemacht werden. Das ist wichtig, denn auch wenn diese Zeit lange zurück liegt, darf sie nicht in Vergessenheit geraten und wir alle müssen Sorge dafür tragen, dass so was schreckliches nie wieder passiert.
Trotzdem hat uns Bautzen in aller erster Linie auch musikalisch geprägt, denn dort haben wir vier uns getroffen und ohne diese Stadt, würde es Silbermond gar nicht geben. Deswegen ist Bautzen wohl prägender in unserem Leben, als wir es wohl je gedacht hätten.
Wie würdet Ihr diese beiden Sätze beenden: „Das Beste“ dieses Jahr war: „Laut gedacht“, alle Menschen, die wir damit erreicht haben und alles, was uns dieses Album beschert hat.
Nächstes Jahr möchten wir unbedingt: …am 31. Dezember wieder sagen können, dass es ein spannendes und aufregendes Jahr war.
Wir bedanken uns für das Interview und wünschen euch weiterhin großen Erfolg bei Eurer künstlerischen Laufbahn.
www.silbermond.de
www.myspace.com/silbermond
Primetime Entertainment presents:
geführt von: Marcel Strömer und Keven Nau.
Pics & Interview by www.primetime-entertainment.de
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