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Nichtraucher wider Willen

Nichtraucher wider WillenDas neue Gesetz

Um es vorweg zu nehmen – ich selber bin Nichtraucher und auch überzeugt davon, dass es gesünder ist ohne den blauen Dunst zu leben. Ab dem 1. Februar tritt allerdings ein neues Gesetz in Kraft das mich schon etwas nachdenklich stimmt. Ab diesem Datum ist das Rauchen in Bars, Restaurant, Diskos und Clubs verboten! Es sei denn es gibt einen separaten Raucherbereich, der von der Außenwelt nahezu abgeschlossen ist und in dem kein Alkohol ausgeschenkt werden darf. So eine Raucherzone lässt sich aber nicht in jeder Lokalität einrichten und wenn doch, dann bedeutet dies einen erblichen finanziellen Aufwand für den Betreiber.

Raucheralltag

Wenn ich mich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis so umschaue gibt es eine Vielzahl an Rauchern. Raucher, die auch gern auf eine Party gehen, gern mal einen Kaffee in der Stadt oder ein Bierchen in der Bar um die Ecke trinken. Das soll ihnen nun aber verwehrt werden. Und seien wir mal ehrlich: welcher Gastronom mag einem das glauben, wenn man ihm versucht zu erklären, dass man nur mal fix für eine Fluppe vor die Tür möchte. Spätestens nach dem 5. Zechpreller wird dieser das nicht mehr glauben, ohne einen Pfand zu verlangen. Wer das ganze einfach ignoriert und trotzdem Raucht, darf sich auf Strafen von bis zu 5.000€ gefasst machen – für den Raucher, als auch für den Gastronom. Was passiert dann, wenn in einer Disko alle geschlossen zum Glimmstängel greifen??? Ok, die Kommune dürfte kein Haushaltsloch mehr haben – aber wahrscheinlich auch einen steuerzahlenden Diskothekenbetreiber weniger.

Selbst ist der Mensch

Im Ethik Unterricht habe ich gelernt, dass der Mensch ein „zoon logon echon”, also ein vernunftbegabtes Wesen ist. Er hat also seinen eigenen Willen und kann selber entscheiden was gut für ihn ist und was nicht. Die Kennzeichnung von Raucher- bzw. Nichtraucherlokalitäten wurde abgelehnt – anscheinend wird es uns doch nicht zugetraut das wir entscheiden können, ob wir uns zu den geselligen, aber rauchenden Stammgästen setzen möchten oder doch lieber die saubere Luft in der Bar nebenan genießen wollen… Das Problem könnte sich aber von selbst klären, denn die rauchenden Stammgäste bleiben dann vielleicht daheim und die Lokalität hat dank mangelndem Umsatz die Tore geschlossen… Im Übrigen vielleicht auch ein Veranstalter, der hier im Magazin bis jetzt noch geworben hat und jedes Wochenende eine Vielzahl an Angestellten beschäftigt. Auch Du könntest das demnächst zu spüren bekommen…

Zu guter Letzt

Wie gesagt, ich möchte das Rauchen keines Falls verherrlichen, aber wenn man mal etwas genauer drüber nachdenkt dann hat dieses Verbot doch so einige (sicherlich langfristige) Konsequenzen. Ich bin mal gespannt, wie viele Möglichkeiten es Ende nächsten Jahres noch gibt, nach dem Feierabend gepflegt ein Bierchen Trinken zu gehen oder am Samstag Abend das Tanzbein zu schwingen.

Vielleicht liege ich ja auch nur falsch und sehe das ganze viel zu pessimistisch. Lasst es mich wissen!

Auf der Startseite findest Du eine kleine Umfrage zu dem Thema – wir würden uns freuen, wenn Du daran teilnimmst.

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7 Antworten zu “Nichtraucher wider Willen”

  1. stefan schrieb am 30.10.2007 um 22:10 Uhr:

    Das ist doch alles pure Theorie – oder fangen im Kino plötzlich alle an zu rauchen, oder in der UBahn, bei McDonalds? Nein. Das gleiche wird in Kneipen der Fall sein, und auch die können ohne Nichtraucher nicht leben.

  2. Christian schrieb am 01.11.2007 um 23:11 Uhr:

    Aber eine UBahn und McDonalds kann man wohl schlecht mit einer Bar vergleichen – dort hält man sich eher kurzfristig auf. Bei diesen Localitäten ist man es auch gar nicht anders gewohnt. In Bars gehen die meisten auch, bei einem Getränk und einem Gespräch zu entspannen und für viele gehört da halt auch eine Zigarette dazu.

    Dass es sich letztendlich auch etwas um Theorie handelt will ich ja gar nicht abstreiten. immerhin wissen wir es ja noch nicht, wie es kommen wird…

  3. Carsten schrieb am 16.11.2007 um 19:11 Uhr:

    Ich denke mal schon das es ein großer Einschnitt für die Gastronomie sein könnte. Bereits heut mußte ich schlucken als ich bei einer Tischreservierung in Görlitz gefragt wurde ob ich einen Raucher oder Nichtraucher platz haben möchte.

    Okay, 2 Männer rauchen, 2 Frauen als Nichtraucher…

    Nagut, wer hat da eine Wahl ;)

  4. Reydan schrieb am 19.11.2007 um 12:11 Uhr:

    Also beim Essen rauchen, dass ist ja wohl unterste Schublade. Nicht nur, dass man seine Tischnachbarn und die anderer Tische stört, nein, ein Essen nimmt man nicht nur durch den Geschmack war, sondern zu mehr als die Hälfte über die Nase. Ziehen nun Rauschwaden dazwischen ist das ganze Menü versaut. Und den Rauchern sei gesagt, ihr Laster führt auch dazu, dass die eigene Nase nicht mehr so geruchsempflindlich ist. Ihr verwehrt Euch also selbst den Geschmack und Geruch eine guten Essens. Viele Abstinenzler berichten, dass sie schon nach wenigen Tagen ohne Zigarette viel besser Gerüche warnehmen konnten.

    Rauchem im Restaurant also ein großes NEIN. (Gute Restaurants erkennt man auch daran, dass in ihnen schon lange ein Rauchverbot herrscht).

    Rauchen in Bars. Naja, wenn ich mich mal so in den Bars und Clubs umschaue, der Qualm stört Nichtraucher schon gewaltig. Auch Kontaktlinsenträger werden ein Lied davon singen können. Rauchverbot ist meiner Meinung nach daher schon sinnvoll. Inwieweit es die Lokalitäten und den volkswirtschaftlichen Faktor beeinflussen wird, weiß ich nicht. Aber ich sage mir, wenn man auf eine Party gehen und laute Musik hören will, nimmt man als Raucher auch in Kauf, dass man am Abend das Paffen lässt oder draußen in der Rauchercke am Hintereingang schnell seine Sucht auslebt.

  5. Stulle schrieb am 20.11.2007 um 21:11 Uhr:

    Ich denke auch dass dieses Rauchverbot schwer zu handhaben ist bzw es viele Konsequenzen geben wird.
    Welche genau weiss noch keiner! Laut meiner Kenntniss soll das Gesetz schon ab Januar 2008 in Kraft treten.
    Was macht man da bei einer Silvesterveranstaltung?? Soll ab 0:00 Uhr dann nicht mehr geraucht werden oder wie.

    Im Grunde finde ich es in Ordnung das mehr Rücksicht auf Nichtraucher genommen wird. Allerdings kann man es auch übertreiben. Wie Ck es angesprochen hat was soll mit einem Kneipenbesitzer passieren?
    Ich denke die Sache wird langsam anlaufen, und die Kontrollen werden nur vereinzelt vollzogen.
    Ähnlich wie beim Dulden des Besitzes von Cannabis kann man sich darauf einstellen, dass die Rauchschwadendichte von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausfallen wird.
    Außerdem wie sollen denn auch auf einmal alle Kneipen, Clubs, Discos etc kontrolliert werden. Unmöglich!

    Sollen alle Partygänger in Clubs auf einmal vor die Tür rauchen gehen?
    Die Anwohner werden es danken denn nun ist nicht nur am ANfang und am Ende der Veranstaltung Krach vor der Tür. Tja nicht jeder hat die Möglichkeit eine mit “R” gekennzeichnete Raucherstube einzurichten.
    Zumal diese Raucherstube nicht in der EInflugschneise von Toiletten liegen darf, weil sich nur so vermeiden lässt, dass ein Geschäft verrichtender Rauch-Verächter mit Tabakqualm konfrontiert wird.
    Vergleich dazu Groove Nr. 109

    Ich glaub wir sollten uns das ein oder andere bei den Engländern abschauen, denn diese müssen schon seit 6 Monaten mit dem “Problem” umgehen.

  6. Christian schrieb am 22.11.2007 um 00:11 Uhr:

    @Reydan – Was das Rauchen in Restaurants angeht, muss ich dir mal recht geben. Beim Essen muss das wirklich nicht sein. Meistens ist man aber auch nicht so ewig lang in einem Restaurant – zumind. im Vergleich zu einer Bar, einem Café oder dem Club/der Disko. Für den Zeitraum lässt sich sicher auch mal das Rauchen verkneifen.

    Volkswirtschaftlich gesehen kann ich nur sagen, dass da ja doch eine ganze Menge Jobs dran hängen. Das betrifft dann nicht nur die Fabriken direkt, sondern auch die Lieferanten und Verteilerfirmen. Zu guter letzt auch noch die Läden, die Rauchwaren verkaufen. Das “Steuerloch” kann man ja dann wieder mit höheren Ökosteuern stopfen…

  7. Daniel schrieb am 22.11.2007 um 14:11 Uhr:

    Halli Hallo.
    Da ich hier in Baden-Württemberg wohne und auch gelegentlich mal weggehe möchte ich mich nun auch mal hier zu Wort melden. Zuvor sei noch gesagt, hier bei uns gilt das Rauchverbot bereits seit 01.09.2007
    Im Großen und Ganzen wird um die Sache viel zu viel Wind gemacht. Es gibt für jedes Problem eine Lösung. Gaststätten und Bars haben ein separates Raucherzimmer eingerichtet. In Clubs gibt es sogar eine eigene Lounge mit Sessel und Sofas für Raucher. Andere hingegen interessiert es nicht die Bohne und lassen die Gäste genüsslich weiter rauchen.
    Auch am Anfang hatte es hier jeder schwer. Von Schließungen, weil kein separates Zimmer da ist oder weil die Gäste weg blieben, ist mir jedoch noch nichts bekannt. Ich möchte hier speziell mal auf einen Club eingehen, wo ich in letzter Zeit öfters mal hingehe. Das Creme21 in Heilbronn
    Früher gehörte diese Location zu einem E-Werk. Klein und nette Atmosphäre. Im Erdgeschoß eine lange Bar mit Barhockern. In zwei Ecken stehen weitere Sitzgelegenheiten und an den Deckenstützen sind drum herum noch einmal Abstellmöglichkeiten angebracht. Die Tanzfläche geht fließend in den restlichen Raum rein. Über der Bar gibt es noch einen Balkon, wahrscheinlich nur für V.I.P.´s. Doch wo ist hier was für die Raucher? Im Untergeschoß! Da befindet sich eine separate Lounge. Doch wenn man denkt, dass man hier vor Qualm nichts mehr sieht, täuscht man sich. An der Decke befinden sich nachträglich installierte Lüfter. Der Raum ist gut gefüllt und es ist ein ständige kommen und gehen. Im Großen und Ganzen eine richtig tolle Lösung, die diesen Club nicht weniger Interessant macht. Gut, nicht jeder Club gibt so etwas her, aber mit ein bisschen Überlegungen ist z.B. eine einfache Lounge mal schnell in eine Raucherlounge umgewandelt!

    Doch was ist da!? Sehe ich richtig? Die Garderobe und die Toiletten befinden sich hier unten in der Raucherlounge!? Was ist mit Schutz der anderen Gäste oder gar dem Personal!? Wurde das Rauchergesetz nicht deswegen eingeführt!? So wie es aussieht scheint es hier niemanden zu interessieren.
    Also ich den Club in den frühen Morgenstunden verlassen haben, war dieser noch immer gut gefüllt, egal ob oben oder unten. Und auch draußen(!!!) standen die Raucher. Gut, die Temperaturen haben es eigentlich nicht zugelassen aber was soll´s. Raucher sind die härtesten.
    Und auch in der letzten Zeit (2 1/2 Monate nach Beginn des Rauchergesetzes) höre ich von verschiedenen gastronomischen Einrichtungen, dass die Aschenbecher wieder auf dem Tisch anzufinden sind. In einigen Bars ist das Rauchen von 18-20 Uhr erlaubt. Andere Gastronomen machen es von der Stimmung und Anzahl der Raucher abhängig, wie lange geraucht werden darf. Und so wie es aussieht können sie es auch noch eine zeitlang so handhaben, da es bis jetzt noch keine Kontrollen gab. Was nützt also ein Gesetz, wenn die entsprechenden Kontrollen nicht durchgeführt werden. Schauen wir mal wie das Jahr 2008, speziell in Sachsen wird.

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