Markus Kavka im Spreegold Cottbus
Hallo Markus,
Vielen Dank erstmal das Du Dir die Zeit nimmst ein paar Fragen für unserer Leser zu beantworten. Du warst ja in den letzten Jahren öfters als Dj in Brandenburger Clubs unterwegs (Extravaganza Cottbus / Waschhaus Potsdam), man könnte den Eindruck bekommen dir gefällt es hier bei uns in der Provinz?
Ja, da gefällt es mir durchaus. Zum einen, weil man so endlich mal dazu kommt, Land und Leute kennen zu lernen und nicht nur dauernd in Berlin rumhängt, zum anderen, weil ich ganz schnell festgestellt habe, dass die Menschen in der vermeintlichen Provinz noch sehr ehrlich und ausgelassen feiern. Find ich gut.
Du bist ja nun demnächst wieder in Cottbus am Start, um genau zu sein am 30.04. im Spreegold, was können wir musikalisch von Dir erwarten?
Das Ganze bewegt sich eher strikt im Minimal- Kontext. Wichtig ist mir dabei, dass die Tracks vor allem einen amtlichen Groove haben. Geballer aller Art ist mir fremd, außerdem spiel ich selten bis gar nicht über 128 bpm, damit auch jeder beim Arschwackeln schön mitkommt. Zum Ausruhen gibt´s zwischendurch immer wieder mal ´ne Fläche in Moll. Und da ich ja auch schon ein bisschen älter bin, kommt es gerne mal vor, dass es entsprechend auch Platten gibt, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, es aber verdienen, mal wieder ausgegraben zu werden.
Wenn man so deine Biografie verfolgt hast hattest Du ja im Radio und bei MTV immer viel mit Rockmusik zu tun, In den 90ern hast Du sogar bei VIVA eine Die Sendung „Metalla” moderiert und auch beim „Metall Hammer” als Redakteur gearbeitet, wie kommt man dann auf elektronische Musik? Bist Du eher der Typ, offen für alles – die Hauptsache die Musik ist gut gemacht?
Ich habe immer schon beides, also Rock und Elektronik, parallel gehört. Es hat sich dann aber so ergeben, dass ich beruflich nur mit ersterem zu tun hatte. War Zufall. Ansonsten trifft es generell schon zu, dass ich offen für alles bin, wenngleich es auch seit Jahren fast nur noch elektronische Musik ist, die mich richtig berührt.
Um gleich beim Thema zu bleiben, was wird diesen Sommer in Clubs gespielt? Siehst Du schon Trends in welche Richtung es gehen wird?
So wie´s aussieht, geht´s nicht mehr ganz so minimal wie in den letzten Jahren zu. House kommt im großen Stil wieder, dezente Vocals sind auch wieder schick. Auch Deep House scheint eine große Renaissance zu erleben.
Welche Djs oder Acts der Clubszene kannst Du momentan besonders empfehlen, welche Sets sollten sich die Leute unbedingt anhören?
Da wären zuerst die Wighnomy Brothers und Mathias Kaden zu nennen, weil die es schaffen, jedes Set zu etwas Einzigartigem zu machen, sowohl was die Plattenauswahl, als auch das Mixing und die Performance betrifft. Ganz oben auf meiner Top-Liste sind ferner noch Sascha Funke, DJ Koze, Steve Bug, Ricardo Villalobos, Julietta, Dominik Eulberg, Richie Hawtin, Karotte und viele andere.
Noch eine andere Frage zum Thema Musik, seit ein paar Jahren setzten sich ja immer wieder Jamba Klingeltöne wie zuletzt „Schnuffel” fest, stimmt da etwas mit unserer Gesellschaft nicht? Müssen wir uns ernsthaft Sorgen machen? ;-)
Das musste die Gesellschaft fragen… Nee, im Ernst, so etwas gibt es ja in unterschiedlichen Auswüchsen immer wieder. Ich selbst hab keinen Klingelton, ich kenne auch niemand, der ´Schnuffel´ runtergeladen hat. Das ist für mich entscheidend. Was die anderen Blödis machen, ist mir egal.
Du bist ja selbst Raucher, was hältst Du von der ganzen Diskussion um das Rauchverbot?
In Restaurants befürworte ich es uneingeschränkt. Aber in Bars und Clubs finde ich es nach wie vor komisch, wenn nicht geraucht wird. Man riecht den Schweiß plötzlich so sehr. Na ja, in Berlin wird das Rauchverbot sowieso noch in allen Läden, in die ich so gehe, ignoriert. Aber jetzt mal ernsthaft: Man wird sich dran gewöhnen, ich werde mich dran gewöhnen, und gesünder ist es allemal, wenn nicht mehr geraucht wird.
Schlagworte zu diesem Beitrag:Cottbus, Interview, Markus Kavka, Spreegold, Titelstory
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