Mirco de Govia
Unser People des Monats gehört zu den Typen, die sich an Soundtüftelei erfreuen und ihre Kreativität in eigene elektronische Produktionen umsetzen. Mirco de Govia ist gebürtiger Bautzener und lebt heute in Dresden. Nicht weit weg vom Schuss also, schließlich ist seine Musik zu einem wichtigen Teil des Löbauer Erfolgslabels Euphonic geworden. Schon als Teenager war Mirco an elektronischer Musik wie Kraftwerk und Tangerine Dream interessiert. Anfang der 90er riss ihn die Techno- und Trance-Welle mit und 1994 veröffentlichte er dann seine erste Platte. Den internationalen Durchbruch schaffte er 2001 mit der UK-Chart Single “Epic Monolith” von seinem Debut-Album “Chronoscale” auf Euphonic.
Neues Album
Ganz aktuell präsentiert Mirco de Govia sein zweites und neues Album namens “Iconic Path”, welches musikalisch ganz klar seinen Sound erkennen lässt, aber dennoch ruhiger, ausgefeilter und reifer als das erste Album daher kommt. „Leichtfüßig und voller Lebensenergie…, mit raffinierten Flächen- und Melodiekompositionen, die die Schönheit dieser Welt mal mit sanften Pianoklängen, mal mit fließenden Sphären einrahmen.” So beschreibt die Raveline in der letzten Ausgabe seine neue Scheibe. Insomnia hat noch mehr über den Musiker in Erfahrung gebracht und präsentiert euch hier unser Interview mit Mirco de Govia:
Warum hat dich gerade Kraftwerk so beeindruckt?
Schon in meiner Jugend entwickelte sich meine Begeisterung für elektronische Musik. Es war nicht leicht an diese Musik heranzukommen. Es war ein neues Hörerlebnis mit synthetischen Klängen und analogen Sequencer-Grooves. Kraftwerk war für mich eine Quelle der Inspiration.
Was verbindet dich mit deiner Heimat Bautzen?
Eigentlich meine ganze Kindheit und Jugend. Viele Freunde von damals sind aber mittlerweile weggezogen.
Heute lebst du in Dresden und hast dort auch dein Studio?
Im Jahr 2005 hatte ich meinen neuen Start in Dresden. Ich arbeite hier als Software-Entwickler. Wir sind dann von Bautzen hierher gezogen. Mein kleines Studio hat einen eigenen Raum in unserer Wohnung bekommen.
Du hast im letzten Jahr Zuwachs bekommen? Das hat dich auf deinem letzten Album sehr beeinflusst. Was hat sich verändert für dich?
Es ändern sich viele Dinge und Blickwinkel – ich habe einen sehr positiven Schub bekommen – und das Schlafdefizit ist unter Umständen enorm ;)
Du bist, so sagt man, eigentlich ein gerne zurückhaltender Typ, lieber am Produzieren als auf der Bühne, warum?
Meine Leidenschaft für die Musik kann ich mehr beim Produzieren ausleben. Das Ergebnis sind bisher zwei Konzept-Alben, und es wird weitergehen.
Spielst du denn trotzdem auch mal live oder weigerst du dich da strickt?
Das ist eine Frage der Zeit. Schauen wir mal…
Wie kam es überhaupt dazu, das du irgendwann dein Talent fürs Musik machen entdeckt hast?
Es gab die Zeit der Heim-Computer. Ich hatte auf dem Amiga mittels dem SoundTracker erste Gehversuche. Meine Freunde fanden es cool, und ich habe dann schrittweise mein Studio aufgebaut.
Was war denn dein erster Track und wie ist der entstanden?
Oje, die ersten Versuche mit dem Amiga kann man heute nicht mehr so ernst nehmen ;)
Wie bist du schließlich mit den Jungs von Euphonic zusammen gekommen?
Ich kenne Ralph Kyau schon sehr lange. Es war 1994, als wir uns das erste Mal getroffen haben. Der Grund war ein gemeinsamer Live-Auftritt in Leipzig. So konnten wir uns davor kennen lernen, und daraus wurde eine feste Freundschaft.
Du machst ja schon recht lange Musik, wann kam schließlich der Durchbruch?
Der erste und wirklich erfolgreiche Track war “Epic Monolith”. Er war 2001 in den UK-Single Charts. Zur Entstehung: Es gab eine erste Version von mir ein Jahr zuvor, die auch auf einer Compilation von Euphonic war. Ein Jahr später hatte mein Freund Ronski Speed aus den Spuren eine neue Überarbeitung gemacht. Die Nummer schlug wirklich ein und wurde von allen Größen, wie Paul van Dyk, gespielt.
Wie schaut denn eine Studiosession bei dir aus?
Nun ja die Nacht mache ich nicht mehr zum Tag. Die Idee kommt mehr durch Ausprobieren im Sequencer, manchmal auch spontan am Keyboard. Man kann Kreativität einfach nicht erzwingen. Wenn ich eine eigene Begeisterung spüre, so entwickelt sich daraus der Antrieb, das Stück weiter auszubauen, und final abzuschließen.
Dein neues Album ist gerade erschienen, wie sieht die Arbeit danach aus, gönnt man sich da mal eine Kreativpause und widmet sich anderen Dingen?
Ich will erstmal das Album hinter mir lassen. “Iconic Path” hat viel Kraft und Energie gekostet – aber ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
Wie würdest du selbst deinen Sound beschreiben, Cafe del Mare Style vielleicht?
Ich würde mich nicht zu sehr festlegen. Auf dem Album “Chronoscale” lag der Fokus primär bei Trance. Jetzt probiere ich neben Trance auch neue Wege in Richtung Downtempo als auch Ambient aus.
Was reizt dich an Pianos, verträumten Flächen, chilligen, ruhigeren Sounds?
Vorneweg, ich bin kein DJ, nur Musiker. Für mich ganz persönlich definiere ich den Begriff “Trance” und seine Wirkung im herkömmlichen Sinne beim Hören mit genau diesen Elementen. Wer frühe Alben von Paul van Dyk, Sven Väth oder Cosmic Baby kennt, weiß, wovon ich spreche. Ich versuche eigentlich mit meiner Art der Elektronischen Musik, die klassische Lehre von Harmonien mit komplexen elektronischen Sounds zu verbinden.
Wen möchtest du damit erreichen?
Es gibt viele Liebhaber der elektronischen Musik, die sich, am Mainstream vorbei, mit der Weiterentwicklung dieser Musik beschäftigen. Wenn diese Leute mein Album toll finden und auch kaufen, dann ist das für mich die Erfüllung.
Welche Vös stehen für die nahe Zukunft so an?
Anfang Juli kommt die erste Single-Auskopplung heraus. Es wird die “Evolution Part II” mit einem Stoneface&Terminal-Remix sein.
Welche Vision hast du musikalisch als auch privater Natur, was muss unbedingt noch passieren in deinem Leben?
Das kann man schlecht sagen. Ich habe schon sehr viel erreicht und bin glücklich. Manches ist Vorbestimmt und manches Zufall ;)
Wir bedanken uns bei Mirco de Govia für den Einblick in seine kreative Welt und wünschen weiterhin viel Erfolg! Wer Lust auf sein neues Album bekommen hat, insomnia verlost 3 Exemplare davon! Schreibt einfach eine Mail an: ……
www.mircodegovia.com
www.myspace.com/degovia
Schlagworte zu diesem Beitrag:Euphonic, Löbau, Musik, People






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