1 Jahr K16 mit Hardy Hard
Ein Jahr ist es nun schon her, das eine Truppe Techno-Liebhaber Löbaus Kellergefilde wieder zum Leben erwecken. Einst als Studio 3 bekannt, nennt sich der neue Club direkt unter der Kartbahn fortan schlicht und ergreifend K16. Von Party zu Party wächst die Location immer mehr und bekommt nach und nach ihr heutiges Aussehen. Aber nicht nur fürs Auge tut man was, es gibt stets Spektakuläres und endlich auch mal wieder knackigen Techno auf die Ohren. Zum Einjährigen Partyfest am 11. Oktober lassen es die K16er so richtig krachen. Kein geringerer als Hardy Hard wird sich in den Untergrund Löbaus verirren. Dazu gibt es natürlich die Macher und Mitmacher aus der Region an den Plattentellern. So wird sich der Hausherr Jason Lancer persönlich die Ehre geben, dazu hat er Ironbase und das Team 903 im Schlepptau. Weiter geht`s mit Evok, Funkystar und Tomzn, die ebenso einen erlesenen Teil ihrer Plattensammlung durch die Boxen jagen werden. Und das K16 und sein Team wäre nicht das K16, wenn da nicht noch was kommen würde. Pünktlich zum Jubiläum beschenkt euch die Crew mit der Eröffnung eines zweiten Floors. Hier werden alte Hasen wie Phase B sowie D.I.C., John Dear und Lars Krachen die Wände entstauben. Und bevor ihr vom vielen Tanzen umfallt, könnt ihr in der neuen Lounge Platz nehmen, wild rumfummeln, Getränke schlürfen oder einfach nur rumsabbeln. An diesem Abend bekommen außerdem die weißen Leinwände wieder Farbe verpasst von VJ S.t.a.l.k.e.r. Auch wir vom Insomnia-mag haben ein Präsent für euch. Lest hier unser exklusives Interview mit dem Headliner des Abends, Hardy Hard, einst auch als Hardsequenzer oder bürgerlich Kay Lippert bekannt:
Wir starten mal ganz frech rein, wenn du uns denn diese Frage beantworten magst! Wie alt bist Du?
Das kann man leicht nachrechnen. Ich hatte gerade Geburtstag am 10.9. und bin Jahrgang ’74.
Wie lange bist Du jetzt eigentlich schon dabei?
Ich habe 1991 in Dresden angefangen Musik zu machen und aufzulegen… ja wie die Zeit vergeht. Bald hab ich 20jähriges!
Was war Techno früher und was ist es heute für dich?
Der Begriff Techno an sich ist mittlerweile nicht mehr ganz aktuell, da man heutzutage kaum noch Parties mit reinem oldschool Technosound erlebt. Es ist doch mit der Zeit alles ein wenig verwobener und offener in der Interpretation geworden. Von daher finde ich, geht es im Moment tatsächlich eher wieder zurück zur eigentlichen Idee von Techno, was früher immer eine Mischung aus vielen verschiedenen Einflüssen der Musik beinhaltete und erst später durch Einflüsse wie Trance, Hardcore, Garage und andere Genres ausgesplittet wurde. Mittlerweile hört man im besten Fall wieder mehr Essenzen verschiedenster Einflüsse in der Musik.
An was denkst Du, wenn Du an die Anfänge Deiner DJ-Laufbahn denkst?
An viele große Raves und verrückte Afterparties mit einem unbeschreiblichen Gefühl des neu Erlebten. Es war eine einzigartige Aufbruchstimmung, die mit dem Fall der Mauer begann. Ein Gefühl wie 10 Jahre Fußball WM am Stück
Du bist als DJ immer noch viel unterwegs. Was hat sich denn für Dich im Laufe der Jahre auch international gewandelt?
Wandel geschieht unaufhörlich und es verändert sich ständig alles und zur gleichen Zeit auch nichts. Das heißt, das die Art und Weise wie heute aufgelegt wird nicht mehr so viel damit zu tun hat, was das DJ Handwerk einst ausmachte, aber die Art und weise wie zur Musik gefeiert wird, ist doch immer noch die Gleiche. Ich habe aufgehört mitzuzählen wie viele Generationswechsel ich im Publikum gesehen habe und zu vergleichen bringt auch nichts. Entweder versteht man den Puls der Zeit oder man bleibt in der Vergangenheit stecken.
Du hast schon so einige Projekte gemacht, welche sind denn deine Aktuellen und was haben wir da in Zukunft zu erwarten?
Da es mein früheres Label Low Spirit nicht mehr gibt, habe ich angefangen in England auf diversen Labels zu veröffentlichen. Dort kommt als nächstes raus „shake It” was ich mal wieder zusammen mit Afrika Bambaataa und Lady Waks gemacht habe. Außerdem bin ich grad in Vorbereitungen für ein eigenes Label RecBag, das ich noch dieses Jahr starten werde. Dort kommt als erstes Release „records back” raus, wiederum eine Production mit meiner süßen Lady Waks und Mr.X. Dabei werden die so genannten Laptop DJs auf die Schippe genommen, bei denen man die ganze Zeit denkt, sie checken gerade ihre E-Mails anstatt sich aufs Publikum zu konzentrieren.
Wie ist es denn Deiner Meinung nach um den deutschen Techno-Nachwuchs bestellt?
Viele große neue Stücke werden, denke ich, nach wie vor von alten Hasen gemacht, die mittlerweile andere Synonyme verwenden. Es ist teilweise interessant zu sehen welcher ehemalige Act sich in neuen Gewändern präsentiert. Aber es gibt auch wirklich extrem gute Newcomer die regelmäßig mit neuen Ansätzen daherkommen. Man kann sagen es gibt ein fast schon zu großes Angebot an Musik, was es teilweise schwer macht genau die spezielle Note nach der man selbst sucht zu finden.
Gibt es Pläne für die Du gerade unheimlich brennst?
Wie gesagt RecBag wird gerade realisiert und in meine eigene Veranstaltung Bassplanet, die ich zusammen mit Westbam mache, bin ich natürlich auch mit Herz und Seele involviert.
Was bedeutet Dir „Feiern” heute noch? Bist Du über die Jahre abgebrühter geworden, haben sich die Abläufe geändert oder ist das etwas, was sich nie ändern wird?
Eine gute Feier ist immer stark abhängig vom Umfeld und den Mitfeiernden. Klar wird erwartet dass ich die Feier initiiere, aber ohne entsprechende Multiplikatoren wird es bei trägem Volk schwierig den Vibe der ausgelassenen Feierei zu erzeugen. Das hat natürlich mit dem Faktor zu tun, das zu Zeiten wo etwas als neu empfunden wird der Funke viel schneller überspringen kann als bei Leuten die etwas Altes erwarten. Ich versuche deshalb immer so viel wie möglich neue Einflüsse einspielen zu lassen die sich vom Mainstream abheben und hoffe das es registriert wird. Das sind dann gute Vorraussetzungen für eine gute Feier.
Bist du eigentlich noch braver Vinyler oder hat Dich der „will keine Koffer mehr schleppen -Wahn” auch schon gepackt?
Ein Laptop kommt mir nicht in die Kiste. Ich muss aber sagen, dass ich leider immer weniger Vinyl bekomme und schätze die Vorteile die mir das Auflegen mit CDs bietet, da ich dabei immer eigene Edits von Stücken spielen kann, die so nicht erhältlich sind. Das macht dann eine persönliche Note aus. Dafür hat man bei Vinyl einen viel besseren und gezielten Zugriff auf die Musik und ich schätze jeden der nach wie vor im klassischen DJ Handwerk zu Gange ist.
Was macht für Dich ein DJ-Set heutzutage innovativ?
Der gleiche Grund der für mich schon immer Innovation gebracht hat, indem man eben nicht versucht andere zu kopieren sondern durch seine Auswahl an Stücken und Kombinationen eine eigene Note rüber zu bringen. Das bedarf eines guten Gespürs und Ausdauer sein Set vernünftig zusammen zu stellen.
An welche/n Club/s erinnerst Du Dich am liebsten, wenn es um alte Zeiten geht?
E-Werk Berlin ist wohl auch eines der Gräber meiner Jugend. Aber auch in Dresden gab es diese unvergesslichen Momente in Fabrik, Base und Object für mich. Gleich danach würde ich DV8 und Nikita in San Francisco und Yellow in Tokyo dazu zählen.
Und welcher ist heute dein absoluter Favorit?
Tatsächlich gibt es einen Club namens Lindenkeller in Bayern. Wenn dort eine Party stattfindet ist eine Stimmung und eine Mischung von Leuten anwesend, die sehr Nahe an die Idee der Parties wie ich sie gerne habe rankommen. Außerdem gibt es das auch noch in Holland in verschiedenen Clubs und ich hoffe im K16 geht auch einiges.
Du spielst bald in Löbau im K16. Wie ist es für dich im Raum deiner alten Heimat zu spielen, wo ja irgendwann mal alles angefangen hat?
Ich habe im Vorfeld schon viel von dem Club gehört und bin schon ganz gespannt, was mich dort erwarten wird. Auf jeden Fall sind einige treue Anhänger meiner Musik, die mich über all die Jahre regelmäßig begleitet haben. Von daher denke ich, dass es mal wieder ein ausgelassenes Fest werden wird.
Noch ein paar freakige Worte zum Schluss für Deine Fans und die Partymeute in der Lausitz?
Lasst euch nicht verarschen von irgendwelchen Regierungen die Gründe erfinden um Ihre eigene Industrie für Kriegsmittel zu unterstützen. All Bullshit and just not Human Like.
Krieg sollte als Mittel der Politik komplett abgeschafft werden. Das wissen wir doch besser, oder?
VIELEN DANK und auf bald!
Aktuelle Dates
17. Okt. 2008 - Get Electrofunk Stettin
18. Okt. 2008 - Strobe Club München
Web
www.hardyhard.de
www.myspace.com/hardyhard






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