Nils Berger
Das City Center überrascht euch immer wieder aufs Neue mit Top-Acts und Showeinlagen. Auch im November wird es wieder heiß her gehen in Löbau und es wird euch die Kälte des Herbstes aus den müden Knochen getrieben, damit dann im Dezember und Januar richtig durchgestartet werden darf.
Wer Haky kennt, der weiß, dass es immer wieder mal anders kommt, als man erwartet und genau deswegen kommt am 7.11. Nils Berger in den Club. Nils ist Drummer, Weltmeister und Showact in einer Person und wird euch an diesem Abend mal gehörig die Gehörgänge frei trommeln. Wir hatten Gelegenheit zu einem kurzen Plausch mit ihm und haben auch in Erfahrung gebracht, was euch bei der „Hot Sticks” Show erwarten wird…
Schon mit 6 Jahren wurdest du an die Musik herangeführt und hast eine Kinderschule für Musik besucht. Wolltest du das so oder haben dich deine Eltern gezwungen ein Instrument zu lernen?
Eigentlich hat mich noch nie jemand gezwungen etwas zu tun und meine Eltern wollten mir nur zeigen was man mit seiner Zeit so alles Sinnvolles anfangen kann.
Hast du auch gleich mit Schlagzeug begonnen oder stand erst mal eher klassisch Klavier, Gitarre oder Flöte auf dem Tagesprogramm?
Mein erster Lehrer hat gleich bemerkt dass ich eher ein robustes Instrument brauche und an Seiteninstrumenten und Flöten wohl nicht meinen Spaß hätte.
Wie bist du denn zum Schlagzeugspielen gekommen und wer war/ist dein großes Vorbild?
Eigentlich fing alles mit dem Song „I love it loud” von Kiss an. Nachdem ich die mächtigen Drums von Eric Carr gehört hatte musste ich einfach selber zu den Stöckern greifen.
Mein größtes Vorbild und wichtigster Begleiter war immer mein 8 Jahre älterer Bruder Lars, er hat mich mit den neusten Platten versorgt, bei meinen ersten Konzerten auf mich aufgepasst und zeigt mir noch heute das Musik zwar wichtig aber auch nicht alles im Leben ist. Ohne ihn wäre ich wohl nicht so weit gekommen.
Du hast 2006 den Weltrekord im Dauer-Schlagzeugspielen aufgestellt. 85 Stunden hast du an den Drums gesessen. Wie kommt man auf so eine Idee und vor allem, wie hält man das so lange durch – Schlagzeug spielen geht ja schon an die Kondition und auch aufs Gehör…
Wie das mit Ideen meistens so ist kam auch diese einfach über Nacht.
Bei der Verwirklichung habe ich es so gemacht wie immer, nicht lange denken sondern einfach machen und wenn der Bewegrund der Richtige ist kann man ja bekanntlich auch alles schaffen.
Mir ging es hauptsächlich darum zu zeigen was möglich ist wenn man an sich glaubt und wie schön es ist wenn man andere damit inspiriert.
Da mein Körper ja auch heute noch mein Kapital ist gebe ich natürlich gut auf ihn acht und trainiere viel. Da man beim trommeln fast jeden Muskel braucht ist Schlagzeug Spielen für mich wie eine Verbindung aus Schwimmen und Fahrradfahren und ich spiele soviel wie sich gut anfühlt. Das Wichtigste ist natürlich ein guter Gehörschutz beim lautesten aller Instrumente aber da hat die Technik ein paar schöne Tricks parat um trotzdem nicht auf guten Sound verzichten zu müssen.
Seit 2005 bist du auch mit deiner „Hot Sticks” Show unterwegs – erzähl unseren Lesern doch bitte einmal, was diese Show beinhaltet…
Eigentlich ist das Prinzip ganz einfach, statt einer Band legt einfach ein Dj seine Platten auf und ich improvisiere dazu.
Da in der heutigen elektronischen Musik nur noch Drumcomputer zu hören sind, wurde es meiner Meinung nach mal wieder Zeit den Computer mit dem Menschen zu vergleichen und zu zeigen wie ein Beat eigentlich entsteht und wie man selber durch die Hand und Fußkoordination zur Maschine werden kann. Bei der ganzen Musik aus der Dose gehen viele Gefühle und Emotionen einfach verloren und statt mit Einsen und Nullen probiere ich mit Bums und Tacks sie wieder dazu zu geben.
Drummer findet man ja naturgemäß eher auf Bühnen von Rockbands. In deinen Videos sieht man dich aber auch in Clubs zu elektronischer Musik und am 7. November kommst du ja auch zu uns in die Lausitz ins City Center Löbau. Wie lassen sich denn diese beiden Musikrichtungen miteinander vereinen? Wird es für die Partypeople einen Kulturschock geben oder schaffst du eine einmalige Symbiose aus real Drums und synthetischen Bässen?
Die Geschmäcker sind verschieden und auch mir gefällt ja nicht nur Rock sondern alles was gut ist.
Da es heute ja schon fast alles gegeben hat ist gerade das Kombinieren von unterschiedlichsten Musikrichtungen interessant und wichtig.
Um diese Kombination geht es bei meiner Performance und ich bringe viele stilistische Einflüsse mit, neben Rock ist ein großer Bestandteil meines Drummings auch der Funk. Ein Schock wird wohl nur Jemand bekommen der probiert bei Stroboskobelicht die Schläge mitzuzählen.
Als Schlagzeuger gibst du auf der Bühne ja sicher den Takt an – ist es da schwer für dich, deinen Sound in eine vorgegebene Richtung zu integrieren?
Nein, bei jeder Band passe ich mich an und probiere lediglich Band und Publikum zusammen zu bringen.
Da das Publikum die meisten Songs kennt und jede Woche auf der Tanzfläche dazu die Beine bewegt bringe ich lediglich mal ein bisschen Abwechslung und neue Vorstellungskraft dazu.
Sind noch weitere Projekte geplant oder geht es demnächst wieder mit Band auf Tour?
Pläne gibt es viele und von einem Sprung samt Schlagzeug aus einem Flugzeug bis zum Trommeln in einer Achterbahn ist eigentlich alles dabei und ich mache was immer mir Spaß macht. Natürlich werde ich in aller erster Linie auf der Bühne unterwegs sein und mir diese mit den unterschiedlichsten Künstlern teilen. Im Moment bin ich mit meiner Band Eschenbach im Studio und die Platte wird voraussichtlich Ende des Jahres erscheinen.
Hast du noch ein paar Tipps für alle ambitionierten Schlagzeuger unter unserer Leserschaft?
Fangt an zu Singen, dann müsst Ihr weniger aufbauen und kommt am 7.11. einfach im City Center vorbei.
Wir sagen schon mal danke für das Gespräch und das letzte Wort hast du!
Bum Tack Bum Bum Tack- Bum Tack Bum Bum
Kontakt
Next Dates
07.11.08 Löbau, (CityCenter)
15.11.08 Linz/Austria, (A1)
21.11.08 Guldental, (www.drumstore.de)
22.11.08 Erfurt, (Musikpark)
29.11.08 Moosburg, (Nachtschicht)
06.12.08 München
12.12.08 Berlin-Lichtenberg, (Tollhaus)
13.12.08 Berlin-Reinickendorf, (HalliGalli)
19.12.08 Erding, (Musikpark)
20.12.08 Darmstadt, (Musikpark)
22.12.08 Eisenach, (MAD)
27.12.08 Ingoldstadt (Musikpark)
Schlagworte zu diesem Beitrag:City Center Löbau, Titelstory







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