Grenzerfahrungen: Hochschulkalender 2009
Büffelnde Studenten und dozierende Professoren – das war einmal. Seit einigen Tagen zeigen euch 31 angehende Akademiker wie ihr Studienalltag wirklich ausschaut. Und das ist alles andere als langweilig.
Ende 2007 wurde das Projekt Hochschulkalender von den Studenten der Hochschule Zittau/Görlitz ins Leben gerufen. Dabei stellten sie von Anfang an einen hohen Anspruch an sich selbst. Ihr Kalender soll eine eigene, ganz spezielle Art haben und sich so von anderen Hochschulkalendern abheben. Die einzelnen Motive sollen in einem Gesamtkontext stehen und auch wenn Erotik im Vordergrund steht, sollte kein Aktkalender veröffentlicht werden. Jedes Foto soll die Fantasie des Betrachters anregen und einen tieferen Sinn enthalten. Außerdem sollen die Bilder ausstrahlen, was alle während des Studiums nicht zu knapp begleitet: Spaß! Die Studenten möchten sich nicht allzu ernst nehmen und Euch das ein oder andere Schmunzeln entlocken.
Wir hatten Gelegenheit mit Christin Rösel, einer der Macherin des Kalenders, über die Entstehung und Umsetzung des Kalenders zu reden.
Studenten sind ja immer wieder dafür bekannt, Aufsehen zu erregen und neue Wege zu gehen. Wie seid ihr auf die Idee gekommen so einen Kalender zu erstellen?
Die Idee an sich war ja nicht neu. Andere Hochschulen und Universitäten haben bereits Kalender veröffentlicht. Neu war bei uns, dass es nicht wie bei den anderen ein Akt Kalender werden sollte, sondern ein Kalender der in erotischer und überspitzter Art und Weise studentische Alltagssituationen darstellt. Da wir uns alle bereits durch verschiedene Projekte kannten, war schnell ein Team zusammengestellt und für Antje als Mitarbeiterin im Bereich Öffentlichkeitsarbeit an der Hochschule Zittau/Görlitz (FH) bot sich damit ein neuer Weg die Hochschule nach außen hin zu präsentieren und somit auch für Studenten interessanter zu machen
Ist das euer erstes Projekt dieser Art oder hattet ihr bereits Gelegenheit anderweitig Erfahrungen zu sammeln, um so einen Kalender zu planen und zu produzieren?
Für uns alle war das Projekt neu. Wir hatten zwar Erfahrungen in dem Bereich des Fotografierens und kleineren Projekten aber mehr auch nicht.
Wir waren uns dem großen Aufwand nicht bewusst und haben das anfangs sehr unterschätzt. Aber letztendlich haben wir uns dann durchgebissen und es durchgezogen. Zwischendurch war das nicht immer so klar und führte auch zu kleineren und größeren Streitigkeiten… ;)
Es ist sicher ungewohnt für eure Models, die ja alle selber Studenten der Hochschule Zittau/Görlitz (FH) sind, so in den Räumlichkeiten der Hochschule in Szene gesetzt zu werden. Wie liefen denn die Shootings so ab und gab es vielleicht auch ein paar lustige Anekdoten dabei?
Eröffnung von jedem Shooting war das Anstoßen mit einem Glas Sekt um die Situation etwas zu lockern. Danach hat Mary die Models geschminkt und Marcel und Christin haben die genauen Ecken gesucht in denen das Motiv entstehen sollte und das Licht gestellt.
Dann wurden mit den Models meist 2 bis 3 verschiedene Motive fotografiert und Abschluss von jedem Shoot war nach etwa 500-600 geschossenen Bildern ein Gruppenfoto.
Beim vorletzten Shooting im Starclub war in der Lounge Pokerabend. Und so kamen nach und nach immer ein paar ausgeschiedene Pokerspieler nach unten und haben uns zugeschaut und gefragt was das überhaupt soll. Der Anblick unseres Models auf dem DJ-Pult war da natürlich ein willkommener Trost über das Ausscheiden aus der Pokerrunde.
Das Shooting im Wohnheim war genau zu dem Zeitpunkt wo die neuen Studenten eingezogen sind und so wussten einige Neulinge gleich wie der Hase läuft in Zittau. Da wir im Erdgeschoss genau neben dem Eingang geshootet haben mussten auch alle an uns vorbei laufen.
Insgesamt sind über 12.000 Bilder entstanden. Ca. 4.500 Making of und knapp 7.000 reine Bilder mit Motiven..
Wer war denn neben den Models und euch noch alles an dem Projekt beteiligt und vor allem, wie und wo kommt man an die Kalender ran?
Neben uns dreien und den Models bekamen wir von regionalen Firmen Unterstützung. So zum beispiel die GWZ, dem Studentenrat und Studentenwerk und natürlich von unserer tollen Stylistin Mary Ann Urland (www.byMary.de). Der Kalender wurde in den ersten zwei Wochen in der Mensa Zittau und Görlitz verkauft und wird bis Ende des Jahres noch in den Touristinformationen der beiden Städte sowie den Studentenratbüros erhältlich sein.
Wie sieht es denn für die Zukunft aus? Wird es für 2010 einen neuen Kalender geben oder vielleicht auch ganz was anderes?Oberstes Ziel ist erst einmal Grenzerfahrungen 2009 restlos zu verkaufen.
Dann wird entschieden ob es so ein Projekt nochmal geben wird. Mit Hochschulkunst. de ist eine Plattform für solche und ähnliche Projekte auf jeden Fall geschaffen. Ob und was es für 2010 geben wird ist noch nicht sicher, aber wenn wir mit dem Projekt auf Zuspruch stoßen, würden wir das oder etwas anderes sehr gerne wieder in Angriff nehmen. Dazu benötigen wir aber ein größeres Team, da Christin und Marcel bei einem nächsten Projekt fest im Beruf stehen werden und die Zeit sicher nicht mehr aufgebracht werden kann.
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