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K.I.Z. im Interview

K.I.Z.„Wenn es sein muss, verkaufen wir waffenfähiges Uran an Schurkenstaaten”
Fleisch, böse Buben und Kettensägen – so, oder so ähnlich, könnte man die vier Berliner Musiker der Rap-Formation K.I.Z. charakterisieren. Aber vielleicht ist das zu Vorschnell. Und vielleicht zu einfach. Fest steht, Tarek, Maxim, Nico und DJ Craft haben in den letzten drei Jahren im deutschen Rap für einiges Aufsehen gesorgt. Und machen munter weiter. Wir sprachen deshalb mit den Vier über die fehlende Sensibilität der Menschheit, abgeschnittene Ohren und Tomatensalat.

Immer wieder wird gerätselt, für was das Kürzel K.I.Z. steht – was bedeutet euer Bandname nun wirklich?
Was ist das denn für eine scheiß bourgeoise Fragestellung!?

Eine durchaus ernstgemeinte! Aber weiter: In euren Texten geht es immer recht düster, zynisch und direkt zu. Woher kommen diese Einflüsse?
Wir sind alle sehr sensible Menschen. Der Rest der Menschheit aber ist völlig abgestumpft. Deswegen müssen wir alles viel extremer darstellen, damit die Leute auch annähernd das fühlen, was wir fühlen, wenn wir Musik machen.

Was bedeutet euch das Texte schreiben und in welchen Momenten kommen euch die Einfälle für eure Songs?
Das Schreiben ist immer ein sehr qualvoller Prozess. Wir schreien uns an, geben uns Ohrfeigen und schneiden uns die Ohren im Absynthrausch ab. Und am Ende kommt bei der ganzen Scheiße nicht mal was raus.

K.I.Z.Ihr seid alle noch recht jung. Gibt es für euch auch eine Alternative zum Rapgeschäft, wenn es langfristig mit der Musik nicht klappt?
Rap als Geschäft war für uns noch nie eine Option. Das ist jetzt halt alles ganz geil gelaufen. Aber wenn es sein muss, verkaufen wir wieder waffenfähiges Uran an Schurkenstaaten, um unseren ausschweifenden Lebensstil zu finanzieren.
In Videos, Texten, Fotos – Fleisch spielt immer wieder eine zentrale Rolle in eurem künstlerischen Schaffen. Warum?
Wir haben vergessen, warum wir das immer gemacht haben. Wir haben das bei jemandem geklaut und fanden das dann so toll, dass wir das halt beibehalten haben. Kommt auch gut bei den Frauen an.

Wie sieht es mit einem neuen Album aus? Wann wird es kommen, wie wird es heißen und was wird die Leute erwarten?
Das neue Album kommt irgendwann Anfang nächsten Jahres. Es wird Tomatensalat heißen, um zu zeigen, dass wir so frei sind, dass wir unser Album einfach so nennen können! Die Leute erwartet ein Album voller Hits. Wir würden die Scheibe selber kaufen – sie ist jetzt schon ein Klassiker.

Royal Bunker – eines der Berliner Rap-Label, auf dem für euch alles begann – will mit der Veröffentlichung eures kommenden Albums seine Pforten schließen. Wie denkt ihr darüber und was bedeutet euch das Label?
Einige von uns haben den Laden immer gehasst. Einfach so. Das war damals teilweise cool unter Freunden. Aber dann Staiger: Supertyp, ein raffgieriger Geldhai, im Bett einfach eine Bombe. Im Endeffekt war es eine schöne Zeit, und so soll sie auch zu Ende gehen. Wir finden ja im Schlaf sterben im Gegensatz zu anderen Leuten einfach nur Scheiße. Royal Bunker geht aber mit einem lauten Knall von dieser Welt – nämlich mit dem besten K.I.Z.-Album aller Zeiten.
Euch gibt es erst seit 2005, das letzte Album wurde über Universal veröffentlicht, dieses Jahr die erste Echo-Nominierung:

Hättet ihr gedacht, dass in kurzer Zeit so viel passiert?
Nein. Aber wir freuen uns, dass die Leute uns auch so gut finden, wie wir uns selbst. Und so kurz war die Zeit, in der das alles passiert ist, ja auch wieder nicht.

K.I.Z.DJ Craft hat ja bereits eine Menge an musikalischer Erfahrung mit in eure Formation eingebracht. Wer ist bei euch der kreative Kopf, wenn es um die musikalische Umsetzung eurer Texte geht?
Wir sind immer noch eine Kommune. Alles wird geteilt. Auch Punchlines. Es ist ein großer Textzeilenbasar. Es wird getauscht und gehandelt, alles horizontal. Wir brauchen keinen Kopf. Nur Ansammlungen von Blödmännern brauchen einen Kopf.

Wie würdet ihr eure Musik beschreiben bzw. charakterisieren?
Das würden wir nie tun. Weil dann müssten wir ja dabei bleiben. Und das würde nur langweilig werden.
Ihr habt unter anderem auch durch eure Interpretationen der Songs anderer, bekannter Künstler auf euch aufmerksam

gemacht. Mit wem würdet ihr gerne einmal zusammenarbeiten?
Mit Knorkator. Aber die haben sich ja leider aufgelöst.

Am 05.12.2008 spielt ihr eure einzige Show im Osten auf der Tour in Dresden. Support werden „Die Toten Crackhuren im Kofferraum” sein. Wer verbirgt sich dahinter und welche Musik?
Das ist so eine Mädchenbande. Wir finden so etwas sehr unangenehm und haben Angst davor. Aber es ist sehr schöne Neo-Folk-Retro-Punk-Elektro-Musik.

Kurz und knapp: Warum sollten die Menschen am 05.12.2008 in Massen vor eurer Bühne erscheinen?
Auf unserer ersten Tour mit Rhymin Simon war Dresden auf jeden Fall das Eindrücklichste live, und ist es auch lange geblieben. Aber mittlerweile haben die Wessis nachgezogen – und ich bin sicher, dass unsere Fans im Osten nicht von Städten wie München übertrumpft werden wollen?!

K.I.Z. Live! „Das nächste Album ist fertig und natürlich zeigen wir es euch auch wieder vorher” Tour 2008 | support: The Toten Crackhuren im Kofferraum + Linus & Bernd Bass |

Fr. 05.12.08 – 20:00 | Showboxx – Dresden | Tickets bundesweit an allen bekannten VVK-Stellen | Infos: www.krasscore.com

Text & Gespräch: Friedemann Schreiter

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3 Antworten zu “K.I.Z. im Interview”

  1. work and travel schrieb am 29.12.2008 um 16:12 Uhr:

    Is there any information about this subject in other languages?

  2. Christian schrieb am 29.12.2008 um 19:12 Uhr:

    We are sorry, but this blog is almost in german language… For further information you might check http://www.k-i-z.com

  3. Insomnia-mag » Splash! Festival - erste Infos und Lineup schrieb am 13.02.2009 um 11:02 Uhr:

    [...] Interview mit K.I.Z. [...]

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