Trick & Kubic
Trick & Kubic sind Frank Hermann aka Trick und Lars Niekisch aka Kubic. Die beiden Berliner Jungs bewegen sich mit ihrem Sound aus Elektro, Minimal-House und funkigen Basslicks an der Spitze des “New German dubby electronic dirt” (Mixmag), der durch Labels wie Get Physical und Great Stuff im Jahr 2005 seinen weltweiten Siegeszug angetreten hat. Trick & Kubic veröffentlichten im Herbst 2004 ihre erste Maxi “Can’t Stop” auf Great Stuff. Schon das erste Release hatte diesen besonderen, einzigartigen Umgang mit der Bassline, der dann bereits die 2. Trick & Kubic Maxi “Orbital Dance Machine” zu einem Internationalen Überflieger machte, unter anderem den Weg auf die internationale Fatboy Slim Mix Compilation fand und weltweit lizenziert wurde. Mit Ihrer dritten Veröffentlichung auf Great Stuff “Easy” gelang Trick & Kubic 2006 der endgültige internationale Crossover-Durchbruch. Als DJs begannen die beiden 2002 im Globus/Tresor in Berlin aufzulegen. Mittlerweile touren Trick & Kubic durch die Clubs der Welt und kehren schon bald zur alljährlichen Pleasure Unit im Kesselhaus Singwitz am 20.12. ein. Insomnia-mag sprach mit Lars aka Kubic über die Leidenschaft, Erfolgsrezepte und Pläne von Trick&Kubic.
Im Interview mit Lars Niekisch aka Kubic:
Wie und wodurch habt ihr eure Leidenschaft für die Musik entdeckt?
L_Kubic: Den Grundstein legten meine Eltern, indem sie mir im Alter von 4 Jahren meinen ersten Klavierlehrer vorstellten. Von Leidenschaft kann allerdings zu diesem Zeitpunkt noch keine Rede sein. Die kam erst dazu, als ich anfing, auf dem Instrument die Musik zu spielen, die ich gut fand. Und die war zum Leidwesen meiner Eltern nicht von Mozart und Beethoven.
Wann und wie hat es denn musikalisch gefunkt zwischen euch beiden?
L_Kubic: Da wir bereits als Kinder miteinander befreundet waren, haben wir schon damals oft gemeinsam Musik gehört und ausgetauscht. In der Schulzeit gründeten wir eine Band. Nach der Schule hat dann zwar jeder für mehrere Jahre sein eigenes Ding gemacht. Doch dann hat sie die Geschichte wiederholt: Wir trafen uns wieder oft, hörten zunächst viel Musik, und gründeten bald darauf das Projekt Trick & Kubic.
Seht ihr eigentlich Fatboy Slim ein klein wenig als euren Entdecker an? Er beamte euch ja mit der Vö eures Stückes auf seiner Compilation im Jahr 2004 in die oberste Liga, oder?
L_Kubic: Sicher hat seine Compilation eine Rolle gespielt. Als Endecker würde ich Ihn vielleicht nicht bezeichnen, eher als Förderer.
Habt ihr denn noch Kontakt zu dem Altmeister?
L_Kubic: Ich hab Ihm irgendwann mal eine Mail geschrieben. Aber er hat sich nicht zurück gemeldet…Trotzdem bin ich ein großer Fan!
Ihr bewegt euch so galant auf dem Pfad zwischen Szene und Kommerz, dass man einfach nicht an euch vorbei kommt. Was ist euer Erfolgsrezept oder eure Philosophie, die das ausmacht?
L_Kubic: Eine Philosophie gibt es nicht. Wir gehen ohne Plan ins Studio und legen einfach los. Möglicherweise hängt diese Mischung mit unseren unterschiedlichen Entwicklungen zusammen. Bevor wir Trick & Kubic gründeten, habe ich in einem Tonstudio gearbeitet, in dem hauptsächlich Pop- und Rocksongs produziert wurden, habe selbst auch in einer Rockband gespielt und Songs geschrieben. Trick hat zu dieser Zeit bereits im Tresor aufgelegt und war voll in diesem Technoumfeld unterwegs. Diese beiden Einflüsse treffen nun im Studio zusammen.
Ihr remixt ziemlich viel gute Acts, wo hattet und werdet ihr demnächst eure Hände mit im Spiel haben?
L_Kubic: Anfang dieses Jahres haben wir viele Remixes produziert, z.B. für Deadmau5, Rodney Hunter, Didier Sinclair, außerdem für Jacob Seidensticker auf dem befreundeten Label Lebensfreude, und für unsere Freunde aus Wien Smacs & Pat Kong.
Anfang nächsten Jahres wird es einen Remix für Manou de Jean geben.
Was steckt denn eigentlich hinter euren Namen Trick & Kubic, ihr agiert ja auch als Niekisch und Hermann?
L_Kubic: Das sind und waren schon immer unsere Künstlernamen, Alec Trick und L_Kubic. Als Niekisch & Hermann gab es mal eine Platte, das stimmt. Aber wir hatten danach so viel mit unserem Hauptprojekt zu tun, dass wir für ein weiteres Projekt keine Zeit mehr hatten.
Was macht euch so besonders oder gar anders?
L_Kubic: Ich glaube es ist wirklich diese von Dir bereits angesprochene stilistische Gratwanderung, die Vermischung von Underground und poppigen Elementen. Das jedenfalls haben schon oft Leute zu uns gesagt. In unserer Musik gibt es diesen musikalischen Aspekt, etwas Songorientiertes. Das ist möglicherweise unser Aushängeschild geworden.
Wer meistert denn welchen Part bei euch beiden?
L_Kubic: Alles was mit Musik und Produktion zu tun hat, liegt in meiner Hand. Ebenso das Live-Konzept. Trick liefert viele musikalische Ideen, und er ist der leidenschaftlichere DJ von uns beiden.
Wer ist denn für den Gesang bei euch zuständig?
L_Kubic: Wir arbeiten mit unterschiedlichen Leuten zusammen. Da ist zum einen Valeska, die bislang auf drei unserer Singles gesungen hat. Sie ist hauptsächlich für die songorientierten Stücke zuständig. In den clubbigen Tracks kamen Andrea Hoppe und Daniel Biscan zum Einsatz. Die Beiden müssen sich allerdings oft von mir in ihre Einzelteile zerlegen lassen. D.h. meist werden ihre Performances komplett zerschnitten, verschrottet oder als Samples in den Tracks benutzt. Ich hoffe, sie haben mir das nicht übel genommen.
Was macht euch mehr Spaß, als DJs zu spielen oder als Liveact?
L_Kubic: Beides macht in dem Moment Spaß, in dem man damit die Leute erreichen kann. Wenn die Party gut läuft, ist es – in Sachen Spaßfaktor – letztlich egal, ob man gerade Platten auflegt oder live spielt. Der entscheidende Unterschied liegt für mich darin, dass man als Liveact ausschließlich seine eigenen Produktionen spielt und darauf eine direkte Reaktion von den Leuten bekommt. Es ist z.B. immer sehr spannend, einen neuen Track zu spielen und zu beobachten, was passiert.
Wie sieht denn ein Liveact bei euch aus?
L_Kubic: Wir waren früher oft mit viel Equipment und auch mit Valeska unterwegs. Aber das war zu kompliziert, zu durchgeplant und unflexibel. Mir ging es darum, auf das Publikum reagieren zu können. Je weniger man sich um die Technik kümmern muss, umso mehr kann man sich auf die Musik konzentrieren. Also haben wir die Maschinen zu Hause gelassen und sind seitdem mit Laptops und Controllern unterwegs.
Habt ihr denn aktuell von euch ein paar neue Platten im Gepäck?
L_Kubic: Ja, vor ein paar Wochen ist auf Killabeat Records die EP „Nunsdorf City” erschienen. Mit zwei Tracks von uns und einem super Remix von Solar & Poppke.
Welche sind eure Home-Labels?
L_Kubic: Wir haben in der Vergangenheit viel auf Greatstuff veröffentlicht. Im Moment kommen auf verschiedenen Labels Platten von uns, z.B. BlackFoxMusic und Killa Beat Records.
Wie verbringt ihr denn in diesem Jahr euer Weihnachtsfest, ganz traditionell oder seid ihr permanent auf Piste?
L_Kubic: Dies ist das zweite Jahr in Folge, in dem wir an Weihnachten auflegen werden. Letztes Jahr waren wir in Belgien, diesmal geht’s nach Stockholm. Aber es ist was Besonderes an den Feiertagen unterwegs zu sein. Die Leute sind alle so friedlich drauf, z.B. am Flughafen. Und im Flieger saßen wir damals sogar fast allein. Auf der Party passierte dann genau das Gegenteil. Da wurde so heftig gefeiert, dass man denken konnte, die Leute waren froh, der Weihnachts-Familien-Idylle für ein paar Stunden entkommen zu sein. Sehr lustig!
Was können wir denn von euch 2009 und überhaupt in Zukunft erwarten? Ziele, Pläne, Vös, neue Videos?
L_Kubic: Hauptziel für Trick & Kubic 2009 ist, so viel wie möglich Live und als DJ-Team unterwegs zu sein. Im Studio brauchten wir nach den Jahren etwas Abwechslung und haben uns deshalb eigenen Projekten gewidmet. Auf denen wird der Fokus 2009 liegen. Im nächsten Monat erscheint ein erster Solotrack von mir auf der BlackFoxMusic-Compilation „Kapitel Eins”, gefolgt von einer 12″ Anfang 2009. Außerdem wird es ein L_Kubic-Release in England auf Ben Watts Label Buzzin´Fly geben.
Was treibt ihr sonst so, wenn ihr nicht als Trick&Kubic unterwegs seid?
L_Kubic: Wenn wir nicht unterwegs sind, arbeite ich die meiste Zeit im Studio an neuen Tracks. Oder ich mache mit einem Freund meine Tour durch die Berliner Plattenläden. Außerdem fahre ich gerne Fahrrad, aber nur wenn die Sonne scheint.
Im Kesselhaus Singwitz werdet ihr als DJs spielen, auf was können sich denn die Partyfreaks aktuell freuen?
L_Kubic: Bei DJ-Sets lassen wir uns jedes Mal selbst überraschen, es ist alles offen. Abwechslungsreich wird es jedoch mit Sicherheit, da in unseren Sets momentan recht unterschiedliche Styles aufeinanderprallen. Das macht die Sache spannend!
Noch ein paar Worte zum Ende des Jahres und Auftakt für das neue Jahr, was war toll, was war Mist, was muss besser werden in der Welt?
L_Kubic: Toll war, dass wir in diesem Jahr viel herumreisen durften. Wir haben eine Menge erlebt und gesehen. Unsere Tour in Brasilien zum Beispiel war ein absolutes Highlight. Großer Mist war, was vor einigen Monaten in Georgien passiert ist. Das hat uns persönlich sehr berührt. Mein Bruder lebt mit seiner Familie in Tiflis, und wir haben genau eine Woche vor Ausbruch des Krieges noch dort aufgelegt. Unfassbar!
MAKE LOVE, NOT WAR!
Web: www.trick-kubic.de // www.myspace.com/trickkubic
Booking: www.myspace.com/interklangbooking
Bilder: Michael Peterson
Schlagworte zu diesem Beitrag:DJ, Interview, Kesselhaus, Musik






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