Chapeau Claque im Interview
Elektro-Chanson-Pop-Romantik nennen Chapeau Claque ihre Musik, wenn man sie fragt.
Denn genauso viele stutzige Blicke wie dieser Begriff hervorruft, genauso viele Facetten bietet ihre Musik. Vom Electropop-Arobiksound über die Dramatik einer Klavierballade bis hin zum Chanson verpackt als französischer Tango, schaffen Chapeau Claque einen bunten Strauß an Emotionen und Stil. Man könnte meinen, “die können sich nicht auf einen Stil einigen”… und genau darin liegt der Trick. Denn nicht umsonst ist der „Chapeau Claque“, ein Klappzylinder, das erste Requisit der Zauberer. Und die, bekanntlich, ziehen nicht nur weiße Kaninchen aus dem Hut. Sängerin und Songwriterin Maria Antonia (22) alias „Mademoiselle Chapeau” schreibt seit 11 Jahren überwiegend in ihrer Muttersprache Deutsch Texte, doch hier und da setzt sich auch Englisch durch. Die Band, die sie seit ca. 1 ½ Jahren, nach Veröffentlichung ihres Debütalbums „Hand auf´s Herz”, um sich schart, verleiht ihrem zweiten Album „fabelweiss” einen neuen und organischeren Sound. Sprechen wir von Band, dann sprechen wir von Peer Kleinschmidt (26/Tasten), Timo Klöckner (24/Gitarre, Akkordeon), Jörg Wähner (28/Drums) und Tim Schäfer (26/Bass). Seit Maria beim Bundesvision Song Contest 2007 die Band Northern Lite mit ihrer zarten Stimme unterstützte, wächst die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit stetig, und das zu Recht. Denn wer so verspielt, kreativ und ehrlich über die kleinen wie großen Dinge im Leben schreibt, der darf bleiben. Wir haben die sympathische 22-jährige Sängerin Maria an die Strippe bekommen und kräftig ausgefragt.
Wie seid ihr denn auf den schicken Namen „Chapeau Claque” gekommen?
Dieser Zylinder stammt aus den 20er Jahren und ist eine traditionelle Requisite aus dem Zirkus. Ich bin mit diesem Zauberhut groß geworden, denn mein Urgroßvater, als auch mein Großvater haben damit geheiratet und dieser hing immer bei uns im Haus. Als Kind habe ich ihn gern getragen. Ich verbinde damit Emotionen und Geschichten. Genauso wollen wir mit unserer Musik immer ganz viele bunte Geschichten erzählen.
Mit welcher Art von Zauberei ist eure Musik zu vergleichen?
Wir nennen unseren Musikstil Electro- Chanson -Pop- Romantik.
Dies ist eine annähernde Bedeutung dafür, was wir aus dem Hut ziehen. Wir schreiben die Lieder so wie sie kommen ohne ewig darüber nachzudenken. Wir bringen das, worauf wir gerade Lust haben, rüber und was uns persönlich bewegt.
Wann habt ihr für euch entschieden Musiker zu werden?
Also ich schreibe seitdem ich 11 bin eigene Lieder. Erst nur für mich alleine und dann als Straßenmusikerin. Ich lernte mit der Zeit etwas Cello & Klavier spielen und nahm Gesangsunterricht. Im Gegensatz zu mir haben die Jungs alle eine klassische Ausbildung.
Deswegen bezeichnen wir mich eher als den kreativen Kopf, der schreibt.
Wir haben uns damals im Studio von 1stDecade kennen gelernt. Das ist das Label von Northern Lite. Ich war dort im Studio und habe schon ein paar Lieder für Chapeau Claque eingesungen. Mir fehlte nur noch die Band. So traf ich auf den Schlagzeuger Jörg und es hatte zwischen uns sofort musikalisch gefunkt. Er brachte dann noch weitere Kollegen mit und so kam dann einer nach dem anderen dazu. Und nun musizieren wir schon seit 2 Jahren gemeinsam.
Welche Künstler haben euch beeinflusst?
Unsere Musik klingt immer anders, mal jazzig, mal electro, es ist immer unterschiedlich. Das liegt wahrscheinlich daran, dass jeder von uns andere Vorlieben hat und diese mit einbringt. Ich mag halt sehr gerne französische Musik z.B. von der französischen Sängerin Camille. Es beeinflussen mich aber auch Künstler wie Gustav oder Hanne Hukkelberg. Ich höre generell sehr viel Musik.
Was unterscheidet euch von all den anderen Bands?
Wir versuchen mit vielen verschiedenen Stilmitteln zu arbeiten. Unsere Eigenart ist wohl die Verwendung vieler Metaphern. Dadurch können wir Bilder schaffen und überlassen diese somit der Fantasie unseres Publikums, was sie sich darunter vorstellen. In unseren Texten geht es überwiegend darum, was wir selbst erlebt haben. Uns ist Stilvielfalt und Authentizität sehr wichtig, da wir nur so unser Bild vermitteln können.
Euer zweites Album „fabelweiss” ist im Oktober letzten Jahres erschienen. Was war euch das Wichtigste bei der Umsetzung?
„fabelweiss” erzählt von längst vergessenen Mythen und Wesen, aber auch von Alltäglichkeiten wie sie ein jeder kennt und lebt. Die Tiere auf diesem Album spielen keine unwesentliche Rolle, und wer aufmerksam hinhört, kann in fast jedem Song ein solches enttarnen. Die unzähligen Metaphern und lyrischen Ausreißer dienen dazu, das Eigentliche auf eine abstraktere Ebene zu heben, wobei dieses Eigentliche auch durchaus sinnig sein möchte. Wie der Name schon sagt, ist unser zweites Album mehr ein Fabelbuch, welches die menschlichen Fassaden unter Tiermasken versteckt.
Am 13. Februar seid ihr zum zweiten Mal beim Bundesvision Song Contest aufgetreten. Wie war die Stimmung und euer Gefühl?
Diesmal war es wieder ein ganz besonderer Auftritt, da wir zum ersten Mal in dieser Bandkonstellation, also als richtige Band, aufgetreten sind. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir so viel positives Feedback bekommen haben und immerhin haben wir den 6. Platz belegt. Diese Möglichkeit war eine riesen Chance für uns der Welt mal „Hallo” zu sagen. Man muss sich ja auch mal überlegen, dass 3000 Leute live dabei waren und noch mehr als 2 Mio. Menschen vor den Fernsehern gesessen haben. Ich bin dieses Mal auch wesentlich aufgeregter gewesen, aber es war wunderschön dabei gewesen zu sein.
Ihr habt einen sehr guten Job für Thüringen gemacht. Mit dem 6. Platz seid ihr eurem Rang vom letzten Jahr treu geblieben, wart ihr zufrieden?
Ich bin mehr als zufrieden mit uns, man kann wirklich sagen, dass ich stolz auf unsere Leistung bin. Es geht auch nicht um die Platzierung allein, sondern wie die Leute deine Musik annehmen und wir haben sehr viel Annerkennung und Unterstützung bekommen.
Also ich hab’s mir per Aufzeichnung im Nachgang angeschaut, das Publikum war echt toll und wir haben uns viel Mühe gegeben. Unser Ziel war es auch eher minimalistisch und authentisch rüber zu kommen und das haben wir wirklich umgesetzt.
Ab dem 6.März startet eure erste eigene Tour mit dem Auftakt-Konzert in Dresden. Welche Erwartungen stellt ihr an eure Konzerte?
Oh man, ich bin ganz schön am jonglieren gerade, da ich derzeit noch in Weimar studiere und versuche nun alle Konzerte während der Semesterferien unter Dach und Fach zu bekommen. Bin aber sehr glücklich über diese Chance und lass erstmal alles auf uns zu kommen. Das wichtigste bei einer Show ist, dass das Publikum und wir unseren Spaß haben und einfach ne schöne Zeit miteinander verbringen. Am schönsten ist es, wenn so eine Energie entsteht die beide Seiten ansteckt und trägt.
Was steht denn neues für die Zukunft an? Wie sehen eure Pläne aus oder denkt ihr noch nicht soweit?
Die Tour endet im Sommer, danach geht’s sicher noch auf ein paar Festivals
Bald kommt dann auch die neue Single „Storch” raus und ab Herbst gehen wir wieder ins Studio und feilen am dritten Album. Bis dahin lassen wir alles auf uns zukommen und genießen die Zeit.
Wie sieht denn euer Bandleben aus?
Da wir alle recht verteilt in Deutschland leben, also ich in Weimar, die Jungs in Erfurt Leipzig und Berlin, treffen wir uns gerne alle im Haus meiner Eltern, schön idyllisch auf dem Lande. Dort verbringen wir dann meist eine Woche, wohnen, essen, philosophieren und musizieren gemeinsam. Das ist schon sehr familiär.
Ein paar Grüße oder berühmte letzte Worte?
„Der Storch, er kommt und geht wie die Liebe. Der Löwe brüllt, wenn man ihm zum Kampf herausfordert. Der Weichhaar-Flughund ist bereits ausgestorben. Und das Herz, es lässt sich zähmen wie ein Leopard.”
Tour-Daten
06/03 Dresden / Scheune
07/03 Singwitz / Kesselhaus…
13/03 Bad Salzungen / Presse…
20/03 Köln / Kulturbunker
21/03 Bremen / Dorfdisko
27/03 Cottbus / Bebel
03/04 Zwickau / Alter Gasome…
04/04 Gotha / Londoner
08/04 Dessau / Beat Club
09/04 Leipzig / Moritzbastei…
11/04 Jena / Kassablanca
17/04 Berlin / Lido
21/04 Halle/Saale / Objekt5…
22/04 Magedeburg / Blow Up
23/04 Rostock / Mau Club
24/04 Schwerin / Speicher
25/04 Stralsund / Kulturschm…
01/05 Münster / Skaters Pala…
02/05 Erfurt / Stadtgarten
Interview: Nicole Zwahr & Caroline Zwahr
Bilder: Hamish Appleby & Jette Jacobs
Schlagworte zu diesem Beitrag:Bands, Bundesvision Song Contest, Interview, Kesselhaus, Musik, Pop






[...] zum Verschnaufen, so dass er zur Campusparty alles geben kann und wird. Weitere sonnige Acts werden Chapeau Claque sein, die gerade den sechsten Platz beim Bundesvision-Songcontest belegten, Bosse, der mit seinem [...]