Interview Polarkreis 18 mit Felix & Silvester
Vor fast genau einem Jahr haben die Dresdener Jungs von Polarkreis 18 in einem einsamen alten Ferienhaus angefangen, an ihrem zweiten Album zu arbeiten. „Wir hatten uns für mehrere Wochen völlig abgekapselt, von allem Alltäglichen verabschiedet, um uns ganz auf unsere Musik zu konzentrieren. Wir waren so eingenommen von unseren Ideen, dass wir es fast vergessen hätten, uns mal einen schönen geselligen Abend zu machen.” Wie man heute hört und sieht, hat es sich mehr als gelohnt. Die erste Single daraus „Allein, Allein” ist in aller Ohren und erst kürzlich haben sie den gleichnamigen Albumtitel „The Colour Of Snow” beim diesjährigen BuViSo Contest präsentiert und mit einem sensationellen Platz zwei abgeschnitten. Nun sind sie auch noch für den Echo nominiert und alles scheint gerade atemberaubend und unfassbar! Insomnia-mag hat bereits vor zwei Jahren, als Die Jungs gerade mit ihrem Debüt-Album frisch ins Business gestürzt sind, mit ihnen gesprochen. Heute sind sie ein ganz klein wenig älter und reifer geworden und vor allem erfolgreicher, als sie es sich je hätten träumen lassen. Schon bald habt ihr die Chance die Truppe live auf ihrer aktuellen Tour zu erleben. Am 5. März spielt die Band in ihrer Heimatstadt Dresden. Und weil das Konzert bereits ausverkauft ist, wird es am 15. März noch ein Zusatzkonzert im Alten Schlachthof geben! Also Karten sichern und vorher unser exklusives Interview mit Sänger Felix und Pianist Silvester reinziehen:
„Bilderbuchkarriere für fleißige Musiker” wäre doch auch mal ein Titel, den man euch verleihen könnte! Aber mal im Ernst, ihr habt in den letzten beiden Jahren so unglaublich abgeräumt, das euch selbst wahrscheinlich manchmal schwindelig werden könnte, oder wie empfindet ihr das?
Das ist für uns unfassbar. Uns gibt es als Band mittlerweile schon seit über 11 Jahren und wir haben gerade unser zweites Album „The Colour Of Snow” veröffentlicht. Die ersten neun Jahre unseres Schaffens haben wir immer darauf hingearbeitet endlich eine Platte machen zu können. Dass heißt wir haben in all den Jahren unglaublich viele Songs geschrieben und Demos an Plattenfirmen geschickt, meist ohne eine Antwort zu bekommen. Da ist die Freude natürlich riesig, irgendwann das erste eigene Album in den Händen halten zu können, was dann noch so einen wahnsinnigen Erfolg erzielt hat.
Beflügelt euch das zu neuen Zielen und Visionen oder seid ihr eher die bodenständigen Typen? Sicher besteht jetzt die Gefahr der Wanderung hin zum absoluten Mainstream, was euch Kritiker wohl auch schon bei eurem aktuellen Album vorgehalten haben.
Wir machen wie gesagt schon recht lange Musik. Viele Jahre davon haben wir ohne öffentliche Aufmerksamkeit verbracht. Das hat uns geerdet, bodenständig und stark gemacht. Der Erfolg kam demnach nicht übernacht, sondern über einen langen Weg.
Alles was jetzt passiert ist unglaublich inspirierend und unfassbar.
Ihr seid gerade für den Echo nominiert worden. Wie und wo habt ihr denn davon erfahren und hat es euch noch überwältigt?
Eine Freundin sprach mich kürzlich erneut auf den Echo an. Da fiel mir ein: stimmt wir sind nominiert. Dies war der Moment wo mir auffiel wie abstrakt das ist und wie viel mittlerweile passiert, das man so etwas zeitweise sogar aus den Augen verliert.
Außerdem seid ihr zum diesjährigen Bundesvision Songcontest wieder angetreten. Mit Platz zwei habt ihr ja wieder mal super abgeschnitten. Was hat euch zur Teilnahme bewegt?
Wir lieben unsere Heimat Dresden. Wir leben alle da und fühlen eine sehr enge Verbundenheit. Für Sachsen angetreten zu sein war demnach eine wirkliche Ehre für uns.
Außerdem bietet der Bundesvision Songcontest eine Plattform für junge Musiker, sich im TV, vor einem Millionen Publikum präsentieren zu können. Solche Möglichkeiten sind heutzutage leider sehr rar.
Gebt uns doch noch mal zu eurem aktuellen zweiten Album „The Color of Snow” einen Querschnitt zur Thematik? Was macht das Album aus und was sind die musikalischen Feinheiten oder Neuheiten?
Wichtig für „The Colour of Snow” sind Struktur, Klarheit und Einfachheit. Wir wollten uns als Band auf klare, auf den Punkt gebrachte Songs konzentrieren. Die Texte bekamen ein stärkeres Gewicht, zeitweise haben wir ganze Songs in unserer Muttersprache geschrieben und am Ende ein Mix aus Englisch und Deutsch probiert.
Außerdem wollten wir unsere Stilvielfalt erweitern, indem wir unsere klassischen Einflüsse von dem Streichquartett des ersten Albums auf ein 65-köpfiges Orchester ausdehnten. Ebenfalls der Chor, welchen wir von unseren Fans singen ließen und der im Song „Allein Allein” seinen Höhepunkt findet, indem fast 2000 Menschen den gemeinsam, einsam, den Feiertag der Einsamkeit besingen.
Wo seht ihr euch eigentlich als Band, als Rock-Pop-Electroniker oder so ähnlich?
Unsere Musik beschreiben wir als anspruchsvolle Popmusik. Stilvielfalt ist uns sehr wichtig. Wir lieben elektronische, klassische Musik genauso wie radiotaugliche Popmusik und legen Wert darauf, all diese Stile einfließen zu lassen.
Wie sehen denn eure Pläne für dieses Jahr noch so aus. Erstmal touren bis in den Herbst und dann wieder ins Studio oder wo läuft der Hase lang?
Zu allererst sind wir natürlich mit touren beschäftigt. Im Moment spielen wir eine sehr ausgedehnte Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Dann eine kleine Tour durch einige Hauptstädte Europas. Danach werden wir uns eine kleine Pause gönnen, da wir ja seit Veröffentlichung unseres Albums im Oktober sehr eingespannt sind, ehe im Sommer die Festivalsession beginnt und wir sehr viel spielen werden. Im Herbst werden wir dann wohl vordergründig im Ausland unterwegs sein. Da in einigen Ländern, wie Belgien, Dänemark und der Niederlande unser Album bereits veröffentlicht ist, was auch bisher sehr gut funktioniert hat. Also werden sicher andere folgen. Dort zu touren, werden wir aber erste schaffen, wenn wir unsere Arbeit und das Touren hierzulande abgeschlossen haben. Wir sind sehr gespannt wie es funktionieren wird, da das alles natürlich noch sehr neu für uns ist. Eine neue Platte wird dann wohl frühestens im nächsten Jahr von uns zu erwarten sein.
Was habt ihr euch denn alle persönlich für die kommenden Jahre vorgenommen? Gibt es Pläne oder Projekte neben der Band?
Neben Polarkreis 18 gibt es erst einmal keine Projekte, da wir im Moment so viel um die Ohren haben und ja auch alles sehr gut für uns läuft. Nach diesem Album werden wir uns sicher erstmal etwas Freiraum nehmen, um an neuen Sachen, also einem dritten Album für Polarkreis 18 zu arbeiten. Außerdem ist es durch das ständige Unterwegssein sehr schön wieder in der Heimat anzukommen. Dieser Rückhalt ist uns wichtig, da die Zeit im Tourbus sehr anstrengend sein kann. Den halben Tag sind wir mit Proben, Soundcheck und Interviews beschäftigt, was ja auch Spaß macht. Aber dann ist die Zeit zu Hause in Dresden natürlich ein schöner Ausgleich.
Auf was können sich eure Fans und Freunde zum Konzert in Dresden freuen? Schließlich ist das ja eure Heimatstadt und da könnte es ja das ein oder andere Special für eure treuen Fans geben?
In Dresden werden wir uns ganz sicher etwas Besonderes einfallen lassen. Es ist schließlich unsere Heimat und auch der Ort, an dem wir am 25.12.2007 auf unserem Weihnachtskonzert den Chor für unsere erste Single „Allein Allein” mit dem Publikum aufgenommen haben. Außerdem werden natürlich all unsere Freunde und Familien da sein. Schon deshalb müssen wir etwas Besonderes bieten, da die Dresdner Fans natürlich die längste Verbindung zu uns haben und deshalb besonders kritisch sind.
Bleibt ihr eurer Heimat treu oder steht der Umzug nach Berlin schon ins Haus, so wie das viele der Musiker und Künstler machen, die heute Erfolg haben oder haben wollen?
Eigentlich stand für uns nie diese Frage. Wir haben unser ganzes Leben in Dresden verbracht und haben hier alles was wir brauchen. Und seit der Veröffentlichung unseres ersten Albums sind wir natürlich sehr viel unterwegs und bekommen sehr viele Eindrücke. Da freut es uns umso mehr irgendwann wieder in der Heimat anzukommen. Dresden ist einfach ein sehr angenehmer ruhiger und schöner Ort. Unsere Agenturen sitzen zwar alle in Berlin, aber in Zeiten von Handy und Internet ist das kein Hindernis mehr. Und Musikmachen kann man schließlich überall auf der Welt.
Herzlichen Dank für das Interview und wir sehen uns auf eurer Tour!
Interview: Nicole Zwahr
Verlosung
Polarkreis 18 haben für uns ein kleines Packet zusammengestellt aus dem wir euch natürlich gerne etwas verlosen wollen. Wer sich überraschen lassen will, schickt einfach bis zum 20. März 2009 eine Mail an aktion@insomnia-mag.com mit dem Betreff Polarkreis 18.
Links
Webseite von Polarkreis 18: www.polarkreis18.de
Unser erstes Interview mit Polarkeis 18
Schlagworte zu diesem Beitrag:Bands, Bundesvision Song Contest, Dresden, Interview, Musik, Polarkreis 18, Pop, Rock, Sachsen






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