Haito – Die nötigen Skillz & Tricks hat man oder nicht…
Haito Göpfrich startete seine DJ- Karriere 1988, nachdem er seine Jugend feiernd und tanzend zu Sets von Hans Nieswandt & Eric D. Clark auf den SPEX-Partys in Konstanz verbracht hatte. 1996 entschied er sich nach Berlin zu ziehen und hatte kurz darauf seine ersten Residencies in Clubs, wie dem Suicide Club Berlin, Gmf @Wmf oder dem legendären Casino Club. Des Weiteren arbeitete er dort als Booker und gilt als Mitbegründer der Berliner Clublegende. Von da an spielte er unzählige Gigs & Touren nicht nur in Deutschland, auch in Japan, Brasilien, Kolumbien, Griechenland, der Schweiz, Holland & Frankreich, was ihn zu einem internationalen Top DJ aufsteigen lässt.
Haito ist bekannt als Entertainer hinter den Decks. Leidenschaftliche Marathonsets sind sein Markenzeichen. Höchstes Vergnügen bereitet es ihm allzu verkopftes Schubladendenken aufzubrechen, bestehende Grenzen nach Belieben zu verschieben & aufzuheben. Vielmehr wird Haito für seine kompromisslose Musikselektion, seine weit gefächerte Bandbreite elektronischer Musik, sei es in seinen live oder DJ-Sets, geschätzt. Mit den Jahren ist er gewachsen, so dass er heute einen reifen Künstler verkörpert, der allerdings seinen Hang zu jugendlichem Wahnsinn nicht verloren hat. Das macht ihn nahezu einzigartig im Berliner Technojungel und zu einem Ausnahmetalent in der Branche. Seit 1998 produziert er mit seinem Gerätepark Musik die bewegt, präsentiert sich auf Labels wie Spagat, Ghettocharge, Kickboxer oder Kiddaz.FM. Als Remixer durfte er Platten von Künstlern wie Tok Tok & Soffy O., den Raketen, Susie van der Meer, Paula oder Pitchtuner seinen eigenen Stempel verpassen. Nach dem großen Erfolg der „E-LOVE EP” im Jahre 2008 auf dem Kölner Labelkollektiv BOXER Recordings hat man sich entschlossen sein erstes Artistalbum im Frühjahr 2009 unter dem Namen „Fiat Lux!” zu signen. Album Remixes wird es von Sascha Funke, Modeselektor Simon Baker & vielen anderen Gästen geben. Am 21. März spielt Haito nach langer Zeit mal wieder in unserer Region, im Club 42 Below in Oppach. Vorher gibt es hier unser kürzlich geführtes Gespräch mit dem smarten Künstler:
Wo kommst du eigentlich tatsächlich her und wo bist du aufgewachsen bevor du 1996 nach Berlin gekommen bist?
Geboren und aufgewachsen am schönen Bodensee in Konstanz.
Welche Bedeutung hat eigentlich dein Name Haito?
Haito war um 900 ein Benedektinerabt, der unweit von Konstanz auf der Insel Reichenau und in Basel (Schweiz) gelebt und unterrichtet hat. Der ist mein Namensgeber, kann ich meine Eltern nur loben, ausgefallener Name.
Wann und wo hast du deine erste Platte erstanden und vor allem welche war’s?
Tatsächlich hängt die bei mir an der Wand eine Single von 1979 vom eigenen Taschengeld erstanden, Abba- „Gime gime gime a man after midnight!” Tja, hatte schon damals einen Hammer Musikgeschmack :)
Was hat dich damals inspiriert mit dem Platten drehen anzufangen und meinst du das Fieber würde dich heute auch wieder so packen, wenn du noch mal die Wahl hättest auf ein neues Hobby?
Na als Hobby kann ich das nicht bezeichnen, eher als Sucht! Frag mal meine Freundin, wie unangenehm ich im Urlaub werden kann nach 2 Wochen ohne Vinyl & Plattenspieler. Inspiriert wurde ich definitiv von Hans Nieswandt & Eric D.Clark, als ich Ende der 80er das erste Mal auf dem „Schiff” staunend vor denen stand und dachte, das will ich auch machen!!!
Was treibst du eigentlich aktuell so? Wir haben lange nix von dir gehört und gesehen hier im südöstlichsten Zipfel Sachsens!
Habe das letzte Jahr an meinem Debutalbum über Boxer recordings gearbeitet, dass im Juni 2009 endlich erscheinen wird. Zu dem erscheinen dann im Mai & Juli 2 x 12″ Remixvinyls, von und mit wem verrate ich aber noch nicht!
Da ich auf Solopfaden gewandelt bin, sind Projekte wie Spagat kurzfristig auf Eis gelegt worden.
An welchen Projekten arbeitest du sonst noch, gibt’s Neuigkeiten?
Yo, die gibt´s! Ein weiteres Album meines Liveact´s mit meinem Partner Rob08 ist auch fertig. Werden dieses Jahr des Öfteren live zu hören sein. Musikalisch unterscheidet sich das komplett von meiner Solosache, breakig, trashig, knallig und voll auf die 12! Und dann kommt noch die Album-Tour ab Juni.
Was war dein schrägstes Partyerlebnis in letzter Zeit?
Habe die Angewohnheit, schräge Dinge möglichst schnell zu vergessen, aber klar gibt es die! Am 26.12 war ich in meiner Heimat, im Süden. Da haben 3 Vollidioten eine Massenschlägerei gestartet. Ich hab´s erst mitbekommen, als die Leute auf dem Dancefloor auf einmal von rechts nach links getrieben wurden und ich erst dachte, „Wow, starten die hier ein Square-dance-battle!?”, als dann die ersten Tische und Stuhle flogen war klar, dass das wohl nicht an meinem Sound, sondern zuviel Testosteron in der Luft lag…tja, und dann Licht an und es war Schluss, schade.
Du bist als DJ schon recht lange auf der Piste. Gab es da mal Momente, wo du aufhören wolltest?
Lange genug, um auch solche Gedanken gehabt zu haben. Bis jetzt aber, ist das Verlangen aufzulegen ungebrochen!
Was gefällt dir eigentlich am meisten an deinem DJ- und Musiker-Dasein?
Das man am Wochenende direkt auschecken kann, ob das, was man unter der Woche produziert hat auch knallt! Das Reisen ist auch klasse, wenn man nach längerer Zeit wieder zu Leuten kommt, die man lange nicht gesehen hat. Das ich das Glück habe, meine Passion als Beruf ausüben zu können.
Was stört dich an deinem Job, gibt sicher ein paar Ecken und Kanten, die man in Kauf nehmen muss oder nimmt?
Klar gibt es die, nervige „Deck-sharks”, die jede 2. Platte aufschreiben wollen, druffe Leute, die dir Drinks über die Platten kippen, Flughäfen, bei denen man nach einer harten Nacht noch 3km laufen muss, um an´s Gate zu kommen, zu kleine Hotelbetten etc.
Wer war eigentlich dein wichtigster Mentor?
Pfff, da gibt´s so viele… Was die Musik angeht, bin ich doch eher autodidaktisch unterwegs und die nötigen Skillz & Tricks hat man oder nicht.
Was würdest du machen, wenn du auf Musik aus irgendwelchen Gründen verzichten müsstest?
Eigenes, feines, kleines Restaurant und kochen bis et dampft!
Was sind für dich drei Dinge, die du unbedingt zum abfeiern brauchst?
- eine Gute Partycrowd, die Lust auf feiern hat.
- ein gutes set-up (guter Mixer, gute PA und ein freundlicher Techniker & Veranstalter)
- Wodka- Rhabarbersaft!
Aktuelle Vös
Milly de Mori- Japan mon amour – Malatoid -haito refix
Haito Göpfrich – “Fiat Lux!” _Boxer recordings (tbr. Juni09)
2x 12″ remix ep´s Boxer recordings (tbr. Mai&Juli09)
Aktuelle Top5
- Sirius Mo – 2000007 remix – promo bpitch
- Click – Philetto – white
- Radioslave-Tantakatan- Drunken Shed mix
- „Black Block” -Modeselektor Bpitch Control
- “Haito- Disconnected – Boxer
Date
21.03. Club 42 Below/ Oppach
Web
www.myspace.com/djhaito
www.haito.info
www.myspace.com/uniqueevent
Interview: Nicole Zwahr
Schlagworte zu diesem Beitrag:DJ, Electro, Interview, Lausitz, Musik, Oppach, Party






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