Super Flu – Es wird auf jeden Fall ein Feuerwerk geben!
Für den 14. März hatte uns das Schallwerk mal wieder eine Perle elektronischer Musikkultur ausgegraben und präsentierte mit Super Flu eine absolute Premiere in Südbrandenburger Clubgefilden. Die Hallenser sind seit kurzem am Durchstarten und bieten Techhouse, das wirklich Spaß macht. Vorab sprachen wir mit den „Debutanten“:
Seit wann gibt es Super Flu und wofür steht euer Projekt?
Uns gibt es seit 2005 und unser Projekt steht eindeutig für elektronische Spaßmusik. Die Richtung ist vor allem Spaß, näher wollen wir das nicht einordnen. Da sollen sich die Leute selbst eine Meinung bilden.
Was bedeutet eigentlich Super Flu, zusammengeschrieben wärt ihr ja überflüssig, getrennt der Super Virus?
Das kommt eigentlich aus dem Französischen und sollte zusammen geschrieben werden. Nachdem wir den erste Remix veröffentlicht hatten, haben wir aber festgestellt, dass es schon eine französische Popband mit diesem Namen gibt. Deshalb das Freizeichen, aber eigentlich kommt es vom „Überflüssigen“ und „Unwichtigen“ her. Heute verwechseln das viele mit dem Virus … aber auch das sollen die Leute auffassen, wie sie wollen.
Ihr seid als DJ-Duo inzwischen sehr erfolgreich unterwegs, warum hat man in unserer Region noch nichts von Super Flu gehört?
Da musst du die Veranstalter fragen. Wir waren schon öfter in Berlin, das ist aber eine Ecke weg. Insofern ist das in eurer Region unsere Premiere. Die Jungs vom Schallwerk sind eben die ersten, die ihre Fühler entsprechend ausgestreckt haben.
Wie würdet ihr hiesigen Partygängern beschreiben, was ihr aus den Boxen zaubert?
Auf jeden Fall etwas Besonderes. Wir bereiten jeden Gig individuell vor, da gibt es nichts von der Stange. Wir versuchen natürlich immer, auf die Leute einzugehen. Jede Stadt ist vom Sound ein bisschen anders – und das spiegelt sich in unserem Set wieder. Es wird aber auf jeden Fall ein Feuerwerk geben!
Der Text zu Super Flu auf eurer Homepage ist ziemlich schräg und dennoch zuversichtlich, Motto: Lebe Deinen Traum. Was steckt dahinter?
Unsere Idee war, das Projekt vorzustellen. Wir wollten nicht dröge niederschreiben wer wir sind und wo wir herkommen. Deshalb haben wir eine andere Form gesucht zu beschreiben, was uns charakterisiert. Da haben wir das in eine Mischung aus Fantasie-Text-Extrakten verwandelt. Alles was drin steht, ist schon persönlich. Man muss aber ein bisschen darüber nachdenken, um nachvollziehen zu können, was gemeint ist.
Ihr habt für eure Tracks recht ungewöhnliche Namen, wie Momratzn, Rattelschneck oder Zinnober, sind euch Namen wichtig?
Wir haben uns gedacht: Namen für Tanzlieder sind im Grunde Schall und Rauch. Namen machen eigentlich erst im Zusammenhang mit dem Künstler und dem Gesamtkunstwerk Sinn. Da haben wir uns überlegt, unseren Tracks lustige Namen zu geben von Dingen, die uns auffallen und ins Auge springen. Wenn solche lustigen Begriffe dann zu einem Track passen, nennen wir den so. Es gibt aber keine direkte Bedeutung dahinter. Es fällt den Leuten aber immerhin auf und sie fragen danach – insofern haben wir unser Ziel erreicht.
Ihr legt seit einiger Zeit regelmäßig in Berlin auf – warum seid ihr eurer Halleschen Provinz dennoch treu geblieben?
Weil es hier wunderschön ist. Wir kommen hierher, haben hier unsere Freunde und alles, was wir zum Leben brauchen. Es gibt hier auch Leute, mit denen wir musikalisch supergut klar kommen. Nach solchen Leuten müssten wir in Berlin Jahre suchen. Außerdem sind wir nicht ständig abgelenkt. Du triffst nicht in jedem Coffeeshop jemanden, den du in deinem Plattenkoffer stehen hast.
Stephan Bodzin scheint ein Förderer eures Projektes zu sein, wie kam es zu diesen Lorbeeren?
Er hat unsere Musik sehr gemocht, das ergab sich nach einem Remix, den wir für Dominik Eulberg gemacht haben. Seinerzeit suchte er Künstler für sein Label Herzblut. Wir hatten zufällig gerade ein paar Tracks fertig und die fand er gut – so kam es zu dieser Zusammenarbeit.
Nochmal zum Gig im Schallwerk: Im Club spielt ihr ja nicht nur als DJ-Team, sondern auch als Live-Act. Welches Super Flu bekommen wir kredenzt?
Wir spielen beides. Das wird sehr interessant. Live spielen wir immer eine gute Stunde. Wir werden das im Schallwerk in ein DJ-Set einbetten, das ist der Plan. Wir haben in der Vergangenheit gemerkt, dass es für die Leute schwierig ist, sofort in ein Live-Set reinzukommen. Deshalb spielen wir lieber eine Stunde vorher ein paar Platten und führen das Publikum auf das Live-Set hin. Da gibt es keinen krassen Cut. Danach wird es nochmal eine Stunde DJ-Set geben.
Wie unterscheidet sich ein DJ-Set vom Live-Programm?
Beim DJ-Set spielen wir Platten – das muss man heutzutage ja dazu sagen. Wir spielen nur Vinyl. Beim Live-Set baut einer Loops oder benutzt fertige Loops oder Tracks von uns und mischt das locker fluffig zusammen – der andere spielt mit lustigen Instrumenten dazu. Wir bringen noch ein Loop-Gerät mit, streichen eine E-Gitarre mit einem Geigenbogen, ein Mini-Harmonium spielt auch eine Rolle. So werden verschiedene Instrumente live eingespielt und das so, dass es tanzbar bleibt und auch zu einem Erlebnis wird.
Welche Tracks sollten die Leute online anklicken, um den besten Eindruck von dem zu bekommen, was sie im Schallwerk erwartet?
Wenn man ein kleines Potpourri unserer aktuellen Arbeit hören möchte, ist unsere myspace-Seite zu empfehlen. Ansonsten gibt es auch ältere Sachen, die auf Traumschallplatten erschienen sind. Zur Zeit wird es aber ein bisschen grooviger, nicht so melodiös
Schlagworte zu diesem Beitrag:Cottbus, DJ, Electro, House, Party, Schallwerk, Südbrandenburg






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