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Oliver Koletzki im Interview

Oliver KoletzkiOliver Koletzki ist wohl ein Musterbeispiel dafür, wie schnell man bekannt werden kann, wenn seine Arbeit nur in die Hände der richtigen Deejays gelangt. 2005 ist ihm das gelungen, denn da merkt kein anderer als Sven Väth, wie sehr die Leute zu „Der Mückenschwarm” abgehen. Kurz darauf wird Koletzki bei Cocoon gesigned und sein Track wird zur erfolgreichsten Produktion 2005 gewählt. Noch im selben Jahr gründetet er das Label „Stil vor Talent”, mit dem er seine eigene Philosophie von Musik auf dem Markt etablieren konnte.

Nachdem namenhafte DJs und Acts wie Karotte, Gregor Tresher und viele andere bereits die heiligen Hallen des Nostromo Club gerockt haben, kommt am 6. Juni auch jener Oliver Koletzki nach Görlitz und wird sich von seiner besten Seite zeigen. Insomnia-mag sprach im Vorfeld über seine musikalische Entwicklung und was da noch so alles kommen wird.


Hallo Oliver, wie man in deinem mySpace Profil sieht, bist du ja jedes Wochenende gut ausgebucht und das nicht nur in Deutschland. Wie kommst du mit dem ganzen Reisestress zurecht und welche Möglichkeiten nutzt du zur Regeneration und zum Sammeln von Ideen für neue Tracks?
Hallo! Mit dem Reisestress komm ich gut zurecht. Innerhalb Deutschlands bin ich ja mit meinem Tourmanager „Hawks” im Auto unterwegs. Der bringt mich zuverlässig von Stadt zu Stadt und ich kann auf den langen Fahrten schlafen, Promos hören und so…
Am besten kann ich Ideen sammeln, wenn ich mich privat in Clubs rumtreibe. Sonntags in der Bar25 zum Beispiel.

Oliver KoletzkiMusik spielt in deinem Leben eine bedeutende Rolle. Würdest du persönlich zu deiner musikalischen Entwicklung vom HipHop zum Techno und House von einer Kehrtwende reden oder siehst du darin eher einen Entwicklungsprozess? Immerhin treffen beide Stilrichtungen eher selten auf einander…
Ja, ein bisschen war es schon eine Kehrtwende. HipHop wurde damals immer kommerzieller und primitiver – das wurde mir einfach zu doof.
Gleichzeitig war House etwas ganz Neues, viel besser tanzbar und man braucht keinen Vocalisten dazu. Auch die entspannte Kultur um House-Musik war eine richtige Erlösung gegenüber der aggressiven HipHop-Kultur.

Du verfügst über eine klassische Klavierausbildung, hattest Gitarrenunterricht und ein Musikstudium an der Humboldt Universität findet man auch in deinem Lebenslauf. Stellt deine DJ-Dasein für dich ein musikalisches Lebensziel dar oder ist es eher nur eine Etappe auf dem Weg des Oliver Koletzki?
Naja. Ich lege jetzt seit 15 Jahren als Dj auf – das ist also mehr als nur eine Etappe. Aber „Dj als Lebensziel” ist auch etwas übertrieben. Deswegen gehe ich auch ab Herbst mit meiner Band auf Konzert-Tour.

Du wirst es sicher schon nicht mehr hören können, aber ganz kommen wir an der folgenden Frage nicht vorbei: Mit dem Track „Der Mückenschwarm” ist dir ja der große Durchbruch in der House- und Techno Szene gelungen. 2005 wurde er sogar zum Track des Jahres durch die Groove-Leser gewählt. Stimmt es, dass es sich dabei eher um eine „Schnapsidee” gehandelt hat? Ich hatte im Web gelesen, dass du den nach einer durchzechten Nacht im Watergate erstellt hast…
Ja, das stimmt! Aber viele gute Tracks entstehen so. Nicht nur bei mir, das hab ich auch schon von vielen anderen Produzenten gehört. Raus ausm Club – rein ins Studio.

Wie ist denn heute deine Beziehung zu deinem Entdecker Sven Väth? Inzwischen bist du ja selbst weltweit unterwegs und erscheinst als Headliner auf den Partys.
Unser Verhältnis ist gut. Wir sehen uns natürlich sehr selten. Letztens haben wir in der gleichen Stadt in Italien gespielt und uns im Hotel getroffen.

Bereits 2005 hast du dein eigenes Label „Stil vor Talent” gegründet, auf dem du 2007 dein erstes eigenes Album „Get Wasted” herausgebracht hast. Auf was dürfen sich deine Fans denn demnächst so freuen? Steht ein neues Album an oder sieht du in Zeiten von Vinylsterben und dem Wandel hin zum Auflagen mit mp3-Systemen und dessen Kurzweiligkeit der Tracks keine Perspektive mehr für „richtige” Alben?
Oh doch! Genau dem versuche ich mit meinem neuen Album entgegen zu wirken!
Das erscheint im September und heißt „Großstadtmärchen”. Ich habe diesmal mit vielen verschieden Sänger(innen) zusammen gearbeitet, wie etwa die Mieze von Mia, die Raketen und Axel Bosse. Dieses Album präsentiere ich dann auch live mit einer richtigen Band „The Koletzkis”, in der ich E-piano spiele.

Dein Label heißt „Stil vor Talent”. Der Name an sich ist ja schon sehr aussagekräftig. Kannst du uns dennoch ein wenig mehr zu der Philosophie des Labels erzählen?
Do it yourself. Es geht nicht darum, wie gut du etwas tust – es geht darum, dass du etwas tust. Du musst nicht der Beste sein, aber du sollst deinen eigenen Style haben! Das Label Stil vor Talent will vor allem eins: Mut machen!

Oliver KoletzkiAuf deinem mySpace Profil entschuldigst du dich schon im Vorfeld dafür, dass du nicht alle Tracks hören, bewerten und darauf reagieren kannst. Wie wählst du interessante Entwürfe im Vorfeld aus und gibt es eine feste musikalische Bandbreite, die zu deinem Label passt oder bist du auch für andere Stilrichtungen offen. So zum Beispiel für Tracks aus dem HipHop Bereich.
Nein, mit HipHop hab ich endgültig abgeschlossen. Eigentlich ist es relativ einfach und natürlich: Ich release auf Stil vor Talent das, was mir als Dj momentan gefällt und ich auflegen kann. Seit letztem Jahr bin ich voll von der House-Welle mitgerissen wurden und die nächsten Release auf SVT werden somit sehr housig sein.

Gibt es im Moment einen absoluten Geheimtipp unter deinen Künstlern, den man auf jeden Fall mal buchen sollte?
Channel X – is ja eh klar. Animal Trainer aus Zürich ist ein absoluter Geheimtipp.
AKA AKA und Erich Lesovsky aus Berlin liefern einen sehr spannenden Live-Act, den man mit gutem Gewissen buchen kann.

In einem Interview aus 2006 mit Florian Wizorek hast du dich noch als bekennender Vinyl-DJ bezeichnet, der aber auch die Vorteile des Auflegens mit CD langsam für sich erkannt hat. Wie sieht das nun im Jahr 2009 aus? Gab es einen kompletten Wandel bezüglich dieser Ansichten oder ist immer noch alles beim alten?
Tja, jetzt bin ich endgültig CD-DJ. Man man man. Aber nach 15 Jahren Plattenkoffer schleppen ist das auch eine tolle Alternative. Ich hab keine Lust nächstes Jahr die Clubs im Rollstuhl zu beschallen.

Ich möchte Görlitz nicht mit Berlin vergleichen, aber der Nostromo Club hat in der deutschen Clublandschaft mit den Jahren auch einen guten Ruf erhalten. Mit welchen Erwartungen gehst du an deinen Auftritt am 6. Juni an den Start?
Ich bin ein lebensfroher Mensch und durch und durch Optimist. Ich gehe immer mit einer guten Einstellung in einen Abend. Wenn ein Ventilator am Dj-Pult steht, kann schon mal gar nicht mehr so viel schief gehen. Erwarten tu ich, dass es total abgeht! ;)


Die letzten Worte gehören dir! Ich bedanke mich schon einmal für das Interview und bis um. 6. dann im Nossi…
Jeder, der mir wasgutes zu Rauchen beim Auflegen hoch reicht, darf sich was wünschen!

www.myspace.com/koletzki

Interview: Christian Klinger

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2 Antworten zu “Oliver Koletzki im Interview”

  1. Insomnia-mag » Nostromo Görlitz - Under Water schrieb am 26.05.2009 um 10:05 Uhr:

    [...] Oliver Koletzki im Interview [...]

  2. Insomnia-mag » SonneMondSterne 2010 Lineup komplett! schrieb am 02.07.2010 um 16:07 Uhr:

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