Interview Tube & Berger
Tube & Berger alias Arndt und Marko sind quasi zusammen in Solingen (Germany) aufgewachsen, kennen sich also noch aus dem Sandkasten und haben früh ihre gemeinsame Liebe zum Musikmachen entdeckt. Was als erste gemeinsame Punk-Band begann, entwickelte sich immer mehr zu einem House/Elektro-Act mit Einflüssen aus verschiedenen Musik Richtungen. Die Begründung des „BoogieHouseElectroPunk“, wie die Beiden ihren Musikstil nennen, erfolgte dann endgültig Ende 2002 mit dem Release von ‚Geradeaus’ auf Voidcom/Ministry of Sound. Der durchschlagende Erfolg von ‚Geradeaus’ hatte sich bis ins gute alte Vereinigte Königreich herumgesprochen: So übersetzte man ‚Geradeaus’ in ‚Straight Ahead’, das Ganze gesigned von Sony UK und kurze Zeit später erklärte sich die New Wave Legende Chrissie Hynde (The Pretenders) bereit, den Track mit neuen, zusätzlichen Vocals zu versehen. Resultat waren # 1 Platzierungen in sämtlichen Dance-Charts der Welt (u.a. UK Buzz, US Dance Billboard), massiver Support von DJs wie Pete Tong, Judge Jules, Moguai, Westbam und DJ Falcon, um nur einige zu nennen.
Am 12. September kommen Tube and Berger nach Löbau in den Mandarin Club, der an diesem Abend seine Tore zum ersten Mal öffnet. Wir haben die beiden Produzenten schon jetzt exklusiv für euch im Interview!
Hallo Jungs, wie geht’s euch? Hat der Partysommer schon erste Spuren hinterlassen?
Hallöchen! Uns geht’s prächtig… Danke!
Obwohl es dieses Jahr keine Love Parade gibt, wir nicht nach Ibiza runterfliegen und auch keine verrückten Festivals in Russland anstehen, war der Sommer bis jetzt (bis aufs Wetter) nicht schlecht. Wir kommen z.B. gerade von der Love Base in Berlin, wo wir es doch recht ordentlich haben krachen lassen.
Wie an eurem Tourkalender unschwer zu erkennen ist, seid Ihr ja auch die nächsten Wochen nonstop unterwegs. Welche Festivals und Open Airs stehen denn noch an bevor ihr wieder die Clubs von innen rockt und worauf freut ihr euch besonders?
Besonders freuen wir uns auf das Sea of Sand Festival bei uns um die Ecke, im Ruhrpott, weil man da mal wieder nette Leute, wie Lexy & K-Paul oder auch Ida Engberg trifft.
In Kroatien steht auch noch eine dicke Party an, Anfang August…
Außerdem freuen wir uns auch sehr auf das Event der „Feiermarke“ Jungs in Dresden. Das dürfte manchen von euch ja auch ein Begriff sein, oder?
Am 12. September kommt ihr dann gleich noch mal nach Sachsen und werdet zur Cluberöffnung im Mandarin Club in Löbau loslegen. Was fällt euch den als erstes ein, wenn ihr an Sachsen denkt, irgendwelche schrägen/guten Erinnerungen?
In Sachsen, wo die schönen Mädchen wachsen… An dem Spruch scheint übrigens echt was dran zu sein.
Ich weiß, dass wir in Dresden, wie auch in Chemnitz jeweils sehr lustige, und lange Nächte hatten. Wir mögen es, wenn die Leute ausgelassen feiern und das scheint man bei euch drauf zu haben!
Beschreibt uns doch mal ’nen typischen Tube & Berger Auftritt!
Meistens sind wir etwas spät dran und haben dann recht wenig Zeit für einen gemütlichen Drink… In erster Linie spielen wir FÜR die Leute und nicht einfach stumpf unser Set herunter. Umso schöner ist es, wenn man dann mal experimentieren darf. Wir spielen generell viel eigenes Zeug müssen damit aber auch nicht übertreiben… Diese schöne Symbiose, diese Energie zwischen DJ und Crowd, die muss man hinkriegen… Das is der Job!
Tube & Berger Tracks sind ja immer hitverdächtig. Wie landen denn eure Ideen in einem Topf, wenn ihr gemeinsam produziert und was ist euer Erfolgsrezept?
Oft ist es so, dass einer von uns beiden was anfängt und wir es dann gemeinsam beenden, bzw. die Einflüsse und Ideen des anderen einbauen. Manchmal geht es wirklich schnell und wir bekommen direkt ein gutes Ergebnis hin, allerdings brechen wir uns manchmal auch richtig einen ab und kommen nicht weiter. Einen Track mal ein paar Wochen liegen zu lassen, schadet daher auch nicht unbedingt.
Wie ist’s aktuell um eurer Label Kitball Records bestellt? Was gibt’s an News und Plänen, Kooperationen etc?
Wir haben unseren verstaubten Kittball-Laden endlich mal wieder auf Vordermann gebracht und die interne Struktur verbessert, neue Deals gemacht und auch neue Pläne geschmiedet. Die aktuelle Nummer, „Favela Girl“ läuft z.B. ganz gut.
Unser nächstes Projekt ist eine Benefiz Compilation in Zusammenarbeit mit dem African’s Childrens Choir. Das wird eine etwas größere Sache und riecht nach viel Arbeit. Da wir aber schon immer sowas machen wollten und es für eine tolle Geschichte halten, kann dafür kein Berg Arbeit zu groß sein. Das nächste Kittball Release wird Kings of Kigali heißen und quasi eine Art Teaser zu unserem „Afrika Projekt“. Allzu viel wollen wir noch nicht verraten, aber behaltet diese Sache mal im Hinterkopf, liebe Freunde!
Bastelt ihr mal wieder an Remixen, was schlummert da grade noch in der Schublade oder geht demnächst an den Start?
Es liegen einige Anfragen hier herum, doch da wir momentan an unserem Album arbeiten und die gerade erwähnte Afrika Benefiz Sache ansteht, müssen wir das meiste ablehnen.
Wir haben in letzter Zeit wirklich tolle Tracks & Künstler Remixen dürfen. Noch mehr wäre vielleicht weniger…
Neben Tube & Berger, habt ihr noch ein zweites Projekt namens Babylon Robots laufen. Was macht den Unterschied und wo präsentiert ihr diesen Sound?
Die guten alten Babylon Robots… Um ehrlich zu sein, wurden uns die Shows mit 50.000 Litern Kunstblut, den explodierenden UFO’s und den einstürzenden Pyramiden zu langweilig, daher haben wir das Projekt auf Eis gelegt ;-)
Niemand weiß, wann die berüchtigten Babylon Robots wieder zum Leben erwachen…
Bei so viel Zusammenhockerei geht ihr euch da eigentlich auch manchmal auf den Senkel und kurz getrennter Wege?
Oh ja.. Das bleibt nicht aus und ist wohl auch ganz natürlich…
Wir kennen uns allerdings nun schon ziemlich lange und haben gemerkt, der andere ändert sich sowieso nicht. Dann geht man halt mal alleine was essen, oder so…
Wir beruhigen uns beide recht schnell und sind nicht nachtragend.
Wir haben einen klaren Deal untereinander, auf den wir auch irgendwie stolz sind.
Es ist halt auch eine besondere Situation, unsere Tube & Berger Zwangsverwandtschaft, da kann man sich ja nicht wegen jedem Quatsch auf die Nerven gehen.
Wie seht ihr denn die aktuelle Entwicklung der elektronischen Musikszene? Wo wird sich’s die nächsten Jahre hinbewegen?
Wir sind in erster Linie froh, dass wieder etwas mehr in Richtung „Musik“ geht. Melodien, Harmonien und Ideen sind wieder gefragter, als Blib Blub und Klick Klack…
Macht auch mal wieder Bock, ne alte House-Scheibe zu spielen und es ist wieder mehr „erlaubt“.
Ihr seid viel rumgekommen, gibt’s da noch große Ziele, gar Visionen für die Zukunft? Was wollt ihr unbedingt noch mal miterleben?’
Nun ja, da gibt es so einige Ziele. Wir würden gerne mal ne Japan-Tour machen. Generell ist Asien, sei es nun China, Thailand oder Indonesien für uns ein Traum(Tour)ziel.
Krisengebiete, würden uns auch reizen… Allerdings können die uns da ja nicht wirklich brauchen. Ein wirklich großer Traum wäre, im Zuge unseres Benefiz-Projekts, tatsächlich mit einem saftigen Scheck runter nach Afrika zu düsen und dort mit den Menschen zu feiern. Viele vergessen heutzutage „It began in Africa!“
Ich fand recht witzig, das die Mutti von einem von euch auf eurer mySpace Seite ein, zwei nette Kommentare hinterlassen hat. Wie sehen denn eure Eltern euer wildes Partyleben, erfahrt ihr da schon immer solch Unterstützung?
Es hat eine Weile gedauert, unsere Eltern davon zu überzeugen, dass wir das ernst meinen, mit dem ganzen Räve-Wahnsinn ;-)
Man muss allerdings dazu sagen, dass unsere Eltern schon ziemlich cool sind und sich wohl gedacht haben, was anderes kriegen die Chaoten doch eh nicht hin.
Sie hören sich regelmäßig unser Zeug an und waren sogar schon mit, auf der wohl verrücktesten Party, die NRW zu bieten hat. Loonyland in Köln, heißt das ganze und unsere Oldies haben wirklich super auf die Transvestiten-Zwerge und die nackt bemalten Tänzerinnen reagiert. Die Hoffnung, dass wir Ärzte, oder Anwälte werden, hat sich schon zu unserer Kindergartenzeit erledigt.
Was treibt ihr sonst noch gerne neben der Musik?
Berger ist ein großer Wake Board Fanatiker und fährt, wann immer es seine Zeit erlaubt.
Tube hingegen, rennt da eher durch den Wald. Klettern, steht bei gutem Wetter auch wieder häufiger auf dem Programm. Wir haben da einen alten Freund, der ist ein richtiger Kletterfreak und er macht abgefahrene Touren mit uns… Leider ist das sehr zeitaufwändig. Wir lesen beide historische Romane, oder Sachbücher, was sich auf Reisen ja tatsächlich anbietet. Im Zuge dessen, diskutieren wir dann auch gerne über Verschwörungstheorien, á la 9/11 & Co.
Eine Runde Poker mit den Homies darf es aber auch mal gerne sein, obwohl für Freunde oder auch Freundinnen manchmal etwas wenig Zeit bleibt. Das ist manchmal ein bisschen traurig, besonders weil man auf Taufen, Junggesellenabschieden und Hochzeiten so selten dabei sein kann :-(
Ihr habt das letzte Wort:
Open your mind!
Kill your TV!
Let love rule!
:)
Herzlichen Dank!
Wir danken auch!
Interview: Nicole Zwahr
Web
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