Interview mit Kyau & Albert von Euphonic
Ralph Kyau und Steven Moebius Albert kommen aus der beschaulichen Stadt Löbau und sind Begründer des bekannten Labels Euphonic. Unter dem Namen Kyau & Albert sind sie selber als DJs und Produzenten aktiv und dabei weltweit unterwegs. Neben den eigenen Produktionen wie zum Beispiel „Made Of Sun“, „Walk Down“ oder „Are You Fine?“ liefern die beiden auch Remixe für angesagte Größen der DJ-Szene, unter anderem für Armin van Buuren, Kosheen oder Paul van Dyk.
Musikalisch kann man die beiden wahrscheinlich am ehesten der Kategorie Trance zuordnen – insofern das bei der Vielfältigkeit der heutigen Musik überhaupt noch möglich ist. Im DJ-Ranking des bekannten englischen DJ Mag haben sie es im letzten Jahr auf den sagenhaften Platz 22 geschafft. Zusammen mit bekannten Techno und Trance DJs wie Paul Oakenfold, Richie Hawtin, Sven Väth usw…
Im Jahr 2007 wurde in Löbau der zehnte Geburtstag ihres Labels Euphonic gefeiert und in Berlin gibt es regelmäßig Euphonic Label Nights, bei denen dann unter anderem auch Cressida, Ronski Speed und Stoneface & Terminal ihr Können unter Beweis stellen. Am 10. Oktober wird diese Label Night erstmals im Dresdner Blauen Salon zu Gast sein. Kyau & Albert sind da natürlich auch am Start und wir hatten die Gelegenheit zu einem Interview…
Hallo Ralph, hallo Steven! Schön, dass ihr Zeit für uns gefunden habt. Eure Heimat ist ja Löbau, von dort aus steuert ihr euer Label Euphonic, produziert eigene Tracks und mixt Clubhits für andere DJs, wenn ihr nicht gerade selber auflegt. Wo werdet ihr denn die nächsten Wochen eure Quartiere aufschlagen?
Steven: In 2 Tagen geht´s auf eine kleine Brasilien-Tour. Danach kommen Gigs in Russland, natürlich Dresden, dann Hongkong, USA und Kanada.
Bei den DJ Mag Top 100 habt ihr es im Jahr 2008 auf einen respektablen 22. Platz geschafft. Noch vor Techno Urgestein Sven Väth oder ATB. Was bedeutet euch diese Platzierung und wie hat sich das auf euren Bekanntheitsgrad ausgewirkt? Immerhin haben Menschen aus allen möglichen Ländern für euch ihre Stimme abgegeben.
Steven: Wir haben uns natürlich riesig gefreut. Die DJ Mag Top 100 sind prinzipiell ein Gradmesser der globalen Popularität und da hat sich ausgezahlt, dass wir im letzten Jahr sehr viele große Events rund um den Globus gespielt haben.
Ralph: Kritiker werfen den DJ Mag Top 100 vor, dass sie eigentlich nichts mehr mit DJ Qualitäten zu tun haben, sondern mit reiner Bekanntheit. Dort aufzutauchen, ohne Hits gehabt zu haben, die weltweit funktioniert haben, ist fast unmöglich. Für mich ist daher in diesem Jahr ein Anwärter auf die Nr. 1 David Guetta. Er ist gerade überall so extrem präsent wie kein anderer DJ.
Wenn man sich eure Bookings anschaut, eure Remixe bzw. allein die Anfragen dafür dann ist es recht verwunderlich, dass man euch gerade hier in der Region eher selten antrifft und erstaunlich viele von den jüngeren Lesern nicht so viel mit Kyau & Albert anfangen können. Woran liegt das eurer Meinung nach?
Ralph: Es stimmt, dass wir hier selten auflegen. Zwar sind wir in den letzten Jahren paar Mal bei House Of Summer aufgetreten, auch zweimal beim Snapscouts.de Festival und halt zur 10 Jahre Euphonic Party in Löbau. Andere Anfragen aus der Region konnten wir nicht wahrnehmen, weil wir schon feststehende Bookings anderswo hatten. Prinzipiell war es ja auch nicht so schlecht, sich auf unsere weltweite Karriere zu orientieren. Wenn man global erfolgreich sein will, muss man über den Tellerrand schauen. Da sind große Festivals in Asien, USA oder halt Mayday und Nature One extrem wichtig. Der richtige Karriereschub kam für uns vor allem durch unsere Singles und Alben in England, Russland und USA ab 2004. Von da an ging es international richtig los.
Eure Tracks und Remixe werden meist in die Kategorie Trance/Neo-Trance gepresst. Mit dem Remix von „6AM“ für Cressida habt ihr es 2008 geschafft, den meistgekauften Trance Track bei Beatport zu veröffentlichen. Nun habe ich euch selber Anfang des Jahres in Dresden zusammen mit Paul van Dyk erlebt und muss sagen, dass das für mich nicht wirklich nach Trance klang, was ihr da gespielt habt. Wie würdet ihr denn selber euren Style beschreiben? Gibt es einen Unterschied zwischen euren eigenen Produktionen und dem, was ihr live spielt?
Steven: Obwohl Euphonic als Trance Label bekannt ist, veröffentlichen und spielen wir mit Kyau & Albert seit über 2 Jahren kaum mehr reinen Trance. Wir wollten uns musikalisch weiterentwickeln, aber trotzdem nicht unsere Trance-Wurzeln komplett verleugnen. Unser Remix für „6AM“ war eben gerade so erfolgreich, weil es kein typischer Trance war.
Ralph: Wir sehen es am liebsten, wenn die Leute unsere Musik mit Neo-Trance umschreiben. Es ist zwar noch trancig von den Harmonien und der Euphorie her, aber die Grooves sind langsamer und teilweise sogar progressive bis housig.
Ein Klassiker unter den Fragen sei mir bitte erlaubt: Wird außerhalb von Deutschland anders gefeiert? Vielleicht intensiver, ausgelassener oder gar exzessiver? Wenn ja, welchen Club auf der Welt/welches Festival sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen, wenn man gerade Mal in der Gegend ist?
Steven: Heutzutage sind junge Leute rund um den Globus wirklich recht ähnlich beim feiern. Ganz besonders euphorisch sind allerdings die Fans in Osteuropa und vor allem in Südamerika. Dort liegt das aber sicher an deren Temperament.
Ralph: Da London nicht so weit ist, sollte man sich mal das Ministry Of Sound ansehen. Wir haben dort letzte Woche wieder freitags bei der Gallery Night gespielt. Neben einem Top Sound, lassen sie sich dort immer wieder etwas Neues einfallen. So wurden bei uns 3D-Brillen verteilt und Videoanimationen gezeigt. In den letzten 12 Monaten haben wir dreimal dort gespielt und es hat immer extrem viel Spaß gemacht.
Nun ist es ja nicht für jeden so ohne weiteres möglich mal schnell nach Sydney, Moskau oder London zu fliegen. Auf dem Flashplayer eurer Webseite www.kyauandalbert.com kann man sich immer eure aktuelle Euphonic Session anhören, die sogar von euch moderiert ist. Eigentlich wird die ja fürs Radio aufgenommen. Wo und wann kann man die Session denn hören?
Ralph: Neben dem Internet und als iTunes Podcast, wird die Sendung auch weltweit auf 23 UKW-Sendern ausgestrahlt. Sogar in Neuseeland und auf Bali wird die Sendung über Antenne ausgestrahlt.
Steven: Ich denke, die Radioshow hat letztendlich unseren Bekanntheitsgrad sehr gesteigert.
Ralph, du hast Anfang der 90er begonnen mit der elektronischen Musik zu experimentieren und mit dem Lausitzer Urgestein Shandy hier dein erstes Label gegründet. Und von Steven weiß ich, dass er an der Hochschule in Görlitz studiert hat. Eure Heimat ist bis heute immer noch Löbau und nicht München, Hamburg oder Berlin. Man kann euch gelegentlich im City Center Löbau oder im Nostromo in Görlitz antreffen. Was verbindet euch sonst noch so mit dieser Region und warum kommt ihr immer wieder hier her zurück?
Ralph: Wir haben unsere Freunde und Familien hier und fühlen uns einfach wohl. Zudem ist die Landschaft wunderschön, wir haben hier total saubere Luft und zum Flughafen Dresden ist es nur 1 Stunde entfernt.
Steven: Man muss nicht in einer Großstadt wohnen, um international erfolgreich zu sein.
Wenn man so erfolgreich ist, dann steckt da meist sehr viel Arbeit dahinter und extrem wenig Freizeit. Gibt es denn Menschen bzw. Ereignisse, ohne die das alles gar nicht möglich gewesen wäre?
Ralph: Viel Freizeit haben wir nicht. Das ist der Preis des Erfolges. Unsere Freizeit verbringen wir mit unseren Familien. Für Hobby ist wenig Zeit. Ganz persönlich freue ich mich riesig, dass ich im nächsten Frühjahr Vater werde.
Steven: Ohne unseren Freund und Manager Marco hätten wir sowohl unsere Künstlerkarriere, als auch Euphonic niemals so aufziehen können.
Am 10. Oktober findet ja im Blauen Salon die Euphonic Night statt. Zu euren Partys kommen die Fans nicht nur aus allen Teilen Deutschlands sondern auch aus Holland und sogar aus England. Motiviert euch das besonders an so einem Abend alles zu geben und den Fans einen unvergesslichen Abend zu verschaffen?
Ralph: Klar sind wir motiviert und freuen uns schon riesig auf Dresden. Vor allem auch weil nicht nur viele Fans, sondern auch eine Menge guter Freunde mit dabei sein werden.
Was wird es für die Euphonic Freunde geben und sicher mindestens genauso wichtig: warum sollte man dieses Event auf keinen Fall verpassen, auch wenn man eure Musik bis jetzt vielleicht noch nicht so gut kennt?
Steven: Für die, die uns noch nicht kennen, wird es nicht nur musikalisch eine positive Überraschung sein. Leider hört man ja unsere Musik hier nicht so oft. In Berlin gab es viele, die nach ihrem ersten Euphonic Event immer gern wieder gekommen sind.
Ralph: Daher werden ganz sicher auch einige Berliner in Dresden mit dabei sein.
Ich danke für das Interview und eure Zeit! Mir bleibt nur zu sagen, dass wir uns im Blauen Salon sehen werden und das letzte Wort habt ihr!
Ralph: Schön, wenn du auch dabei bist. Dann sehen uns im Parkhotel Dresden und trinken dann zusammen ein Bierchen!
Inteview: Christian Klinger
Gewinne 3 x 1 Freikarte für Euphonic & Friends im Blauen Salon Dresden am 10. Oktober 2009. Schicke eine Mail mit dem Betreff “Euphonic” an aktion@insomnia-mag.com
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Schlagworte zu diesem Beitrag:DJ, Dresden, Euphonic, Interview, Löbau, Musik






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