3 Channels im Interview
3 Channels aka Catz & Dogz kommen aus dem benachbarten Polen und haben ihre Wurzeln im technoiden Musikgenre. Inzwischen haben Sie sich mehr zum Deep House entwickelt, ohne dabei aber ihren musikalischen Ursprung zu vergessen. Nach erfolgreichen Releases wie „Who‘s Afraid of Detroit?“ und „Chicken Affair EP“ sowie Club-Gigs rund um die Welt werden sie am 24. Dezember die Tanzfläche im Görlitzer Nostromo zum Brennen bringen. Thomas sprach vorab mit den beiden, aber lest am besten selbst!
Hallo Grzegorz, Hallo Wojciech! Ich hoffe euch geht es gut! Danke, dass ihr euch Zeit für ein Interview mit uns nehmt.
Kein Problem, es ist uns eine große Ehre!
Ich glaube, dass ihr das öfter gefragt werdet, aber was bedeutet der Zusatz „catz & dogz“ hinter dem 3 Channels?
Das hat eigentlich keine wirkliche Bedeutung. Es steckt keine Ideologie hinter dem, was wir da tun. Wir produzieren und spielen einfach Musik, die wir mögen. Der Name 3 Channels ist entstanden, als wir begonnen haben. Da waren wir damals noch 18 und haben eigentlich mal zu dritt angefangen. Ich mochte diesen Namen aber nie so richtig. Der Name „catz & dogz“ eignet sich aber super, um lustige, grafische Spielereien und so weiter zu erstellen – und das mögen wir absolut. Wie machen gerne verrückte Sachen und versuchen nicht so seriös zu sein.
2003 habt ihr angefangen eine Club Night in eurer Heimatstadt Stetin in Polen zu organisieren. Was hatte das für einen Einfluss auf eure Karriere zusammen mit den Sets bei Stetin´s ABC Radio? Erzählt uns doch bitte etwas über diese Zeit.
Oh ja, das hat sich sehr bemerkbar gemacht. Wir haben unsere erste Platte auf Trenton Records veröffentlicht, weil wir unsere CD zu Reynold gaben (Der Besitzer des Labels). Während dieser Zeit haben wir auch sehr viele Freunde gefunden und Kontakte geknüpft, weil wir immer ordentlich jede Woche am Feiern waren. Unter anderem mit Leuten wie Anja Schneider oder den Wighnomy Brothers. Das war eine tolle, unverfälschte Zeit. Wir haben einfach gefeiert, ohne uns Gedanken darüber zu machen, dass sich da was Größeres entwickeln könnte. Weißt du, da haben wir auch noch Poster in der Stadt aufgehängt und hin und wieder unseren eigenen Mixer zur Party mitgenommen.
Wenn ich mir euren Sound so anhöre, dann hat er groovige und driftige Elemente mit Einflüssen eurer technoiden Herkunft. Was war denn der ausschlaggebende Punkte, dass ihr euch vom Underground Techno hin zum Deep House mit live Instrumenten entwickelt habt?
Das war völlig natürlich. Im Moment arbeiten wir an einem weiteren Album, dass wieder etwas anders sein wird. Der Punkt ist der, dass du nicht vorhersagen kannst, was wir als nächstes machen. Jede Platte, jedes Set in einem Club ist eine neue Herausforderung für uns und wir gehen es einfach an. Was wir fühlen ist im Hier und Jetzt. Einige Leute sind der Meinung, dass das falsch ist, aber so ist es nun mal.
Ihr seid beide großartige Produzenten. Für euer Album „Stars of Zoo“ von 2008 habt ihr jede Menge Komplimente und Respekt erhalten. Künstler wie Radioslave, Jesse Rose und Sebo K haben eure Tracks gespielt. Was genau macht denn eure Musik aus?
Hmmm, das ist eine sehr schwere Frage. Du musst wissen, dass Musik zu produzieren ein langer Prozess ist und ich könnte da den ganzen Tag darüber reden. Normalerweise fangen wir mit einem Grundsound an. Das ist immer der wichtigste Teil, denn dieser Beat führt dich dann zum weiteren Verlauf hin.
Gibt es eine bestimmte Vorgehensweise, die ihr verfolgt, wenn ihr im Studio seid und einen neuen Track erstellt oder verlasst ihr euch auf euer Bauchgefühl? Was beeinflusst euch beim Produzieren?
Wir versuchen eigentlich immer zu wissen, was wir da gerade machen, aber hin und wieder lassen wir die Dinge auch einfach mal passieren. Für mich ist es sehr wichtig Sport zu treiben, wenn wir viel Arbeit haben und ich mag es gar nicht, wenn wir danach noch Geschäftstermine haben. Ich kann mich nach sechs Stunden Arbeit an der Musik einfach nicht mehr auf die Leute konzentrieren.
Auf eurer mySpace Seite ist mir aufgefallen, dass ihr an zwei Standorten agiert. Einer von euch beiden lebt in Berlin und der andere in Stetin. Ich kann mir vorstellen, dass das zu Problemen führt, speziell bei gemeinschaftlichen Projekten. Wir kommt ihr damit klar?
Wir kommen damit bis jetzt sehr gut klar. Ich mag es hier zu leben, man kann so viel machen, es gibt sehr gutes Essen und so viele wundervolle Menschen. Das einzige Problem ist, dass es manchmal einfach zu viel ist ;). Aber ich lebe in der Nähe von einem Park, weit weg von den ganzen Clubs und Restaurants in Berlin, das ist der perfekte Ort um Musik zu machen. Grzegorz kommt mich jedes Wochenende besuchen, er hat ein Auto und es sind nur anderthalb Stunden Fahrt von Stetin. Denkt mal an L.A., da fahren Leute täglich zwei Stunden um auf Arbeit zu kommen… haha.
Dieses Jahr habt ihr einige Remixe rausgebracht, zum Beispiel für Till von Sein, Pol_on oder Chelonis R Jones. Auf was für Projekte können wir uns demnächst freuen?
Im Moment gibt es da nicht so viel Output, weil wir sehr viel am neuen Album arbeiten. Aber soviel, es wird einen Remix für dOP auf der Curcus Company geben, einen Remix für Moonharbour und eine EP auf unserem eigenen Label PETS.
Ihr spielt beide rund um die Welt und habt viele Gigs in Osteuropa und Deutschland. Gibt es da Unterschiede in der Partyszene. Mögen die Leute anderen Sound auf der Tanzfläche?
Natürlich gibt es da Unterschiede. Aber ich sage immer, dass das alles von der Party abhängt. Partys kann man nicht vorhersagen. Ich erinnere mich da an Partys, die haben wie aus dem Nichts angefangen und nach drei Tagen erst aufgehört. Das ist es, was wir mögen, diese Ungewissheit. Natürlich gibt es da einige Städte, bei denen die Wahrscheinlichkeit viel größer ist, dass es eine gute Party wird. Wir mögen es in Polen zu spielen. Hier bekommen wir viel Unterstützung und die Partys sind immer gut. Wir hatten gerade letzte Woche eine großartige Party in Poznań.
Was war das lustigste Erlebnis in letzter Zeit auf eurer Tour?
Da kann ich euch die schrägsten Sachen erzählen ;). Bei einer Party (den Namen des Clubs werden wir hier aber nicht verraten) hat der Besitzer LSD in jeden Wodka im Club gemischt. Letztendlich waren dann alle Leute im Club auf einem LSD Trip. Ich glaube das war die verrückteste Party, die wir jemals hatten.
Der Nostromo Club in Görlitz steht für hochwertige Club Kultur und exzessive Partys. Habt ihr schon mal was über den Club gehört und was sind eure Erwartungen an den Weihnachtsabend?
Ja, natürlich haben wir schon davon gehört. Der 24.12. ist ein wirklich besonderer Tag für uns. Normalerweise verbringen wir den mit unseren Familien, aber seit ein paar Jahren haben wir da immer Bookings. Das ist wirklich was ganz Besonderes.
Was wird die Leute bei eurem Set an diesem Tag erwarten?
Das hängt von der Atmosphäre im Club ab. Ich glaube ich werde wohl in der Stimmung für ein paar mehr Pop Songs sein, irgendwas wie Britney… haha, das war nur ein Scherz!
Wir sind gespannt darauf mit euch zu feiern!
Danke für das Interview, Thomas.
Schlagworte zu diesem Beitrag:DJ, Electro, Görlitz, House, Interview, Musik, Nostromo






Dein Freund paul möchte Deine Meinung zum Thema kennen lernen...