Campusparty Görlitz mit Martin Jondo
Nach den DONOTS, SIXTH REVELATION, POLARKREIS 18, CLUESO, JENNIFER ROSTOCK, Flowin IMMO et les FREAQZ und vielen anderen Highlights aus neun Jahren CAMPUSPARTY sind nicht nur die Studenten der Hochschule Zittau/Görlitz gespannt, wer in diesem Jahr auf der Bühne steht…
In Görlitz ist der Headliner Slot mit MARTIN JONDO und seiner Band besetzt. Mit seinen berührenden Songs hat sich der sympathische Berliner längst in der deutschen Reggae-Szene etabliert. Nach seinen Lehrjahren an der Seite von Gentleman und seinen erfolgreichen Zusammenarbeiten mit Mellow Mark oder Culcha Cundela, darf sich Martin Jondo endlich über die Aufmerksamkeit freuen, die dem Mann, der mit Akustiksounds ebenso zu begeistern weiß wie mit Roots Reggae und experimentalem Dub, definitiv zusteht. In diesem Jahr ist er wieder viel unterwegs u.a. als CO-Headliner auf dem Chiemsee Reggae Summer und dem Summer Jam in Köln.
Außerdem machen JOCHEN FÜNF KROATENBOSSANOVA auf ihrer Lost In Liberec Tour einen Stopp auf dem Campus in Görlitz. Zu erwarten ist eine Show mit klassischen Hüftschwungbossanova treibenden Discobeats bis hin zum placeboesken Songs.
Mit seiner Mischung aus coolen Hendrix-Vibes, James Brown Funk, Nirvana-Power und Zappa-Humor könnte LORD BISHOP ROCKS durchaus das lauteste, funkigste und dreckigste Rock-Trio auf dem Campus sein. Bei der Musik geht es nicht nur um Sex, Schweiß und kraftvolle Hooklines: der Lord befindet sich auf einer Mission diesen gottverdammten Planeten zu befreien und eure Nachbarn zu lieben und zu respektieren.
Interview Martin Jondo
Hallo Martin, wir hörten du bist gerade mit einem Videodreh beschäftigt, verrat uns doch kurz was und wofür du gerade drehst?
Wir haben gerade das Video zu „Cherry“ meiner ersten Single des neuen Album „Sky Rider“ abgedreht. Im Song „Cherry“ geht es um das Flirten. Die „Cherry“, eine süße Lady, will auf charmante Art erobert werden.
Wann genau und unter welchem Namen wird denn dein neues Album erscheinen und was noch viel wichtiger ist, was gibt es diesmal zu hören, wieder viel Akustisches?
Mein brandneues Album heißt „Sky Rider“ und wird am 16.07.2010 erscheinen. Der Titel ist Programm. Das Album wird von zwei Flügeln getragen von denen der eine zeitlos und der andere dynamisch ist. Viele echte Instrumente sind auf dem Album zu hören aber ein Sohn mit Wurzeln aus Soul, Entschuldigung Seoul, steht früh mit der Sonne auf, womit ich sagen will das Album klingt modern und trägt frischen Wind ins Land.
Erzähl uns doch kurz etwas über deine Herkunft und dein Weltbild, ein bisschen wirkst du wie ein buddhistischer Mönch auf mich?
Meine persönliche Herkunft liegt in Deutschland, Süd Korea und Berlin Reinickendorf. Ich glaube nicht, auch wenn ich als Jugendlicher meine Zeit damit verbracht habe in den heiligen Schriften der Menschen wie Bibel, Koran, Gita und anderen die Wahrheit über das Leben zu suchen. Ich habe zwei Werte, die mich durch das Leben führen, Stolz und Ehre.
Ich trage Haare wie Herr Lama, den ich sogar kennen lernen durfte. Ich trug Haare wie Bob Marley, den ich nur manifestiert im modernen Stein in Form von Musik und Bilder Kennen lernen durfte. Ich verehre die Buddhisten sehr und ich war auch als Jugendlicher ein gern gesehner Gast im buddhistischen Tempel in Nord Berlin, aber ich bin einfach nur ein erwachsenes Kind mit Wertvorstellung und ich versuche immer das Herz am rechten Fleck zu halten.
Du warst früher ein Straßenkind, warum hast du dich für diesen Weg in so jungen Jahren entschieden und wann war das genau?
Ich war 15 und das Leben war ein Gefängnis für mich. Ich habe sehr früh gewusst was ich will, wohin ich will und warum ich das will. Ich wollte nicht auf die Straße und alle mit denen ich das für eine Zeit geteilt habe auch nicht. Aber ich hatte Gründe, Stolz und Ehre haben mich immer dazu getrieben keine Autorität zu achten. Ich diene nur für etwas, dass ich als wertvoll erachte. Aber dafür zahlt man sehr hohe Preise, bisher habe ich geschafft das alles zu bezahlen, ich gedenke denen, die mit Ihrem Leben bezahlen mussten.
Was hast du dir denn von dem Leben auf der Strasse mit auf den Weg genommen? Welche Erlebnisse waren da prägend für dich?
Stolz und Ehre habe ich mitgenommen. Du kannst besser mit Blut und Leben bezahlen als ein Leben in Unehre zu führen. Ich habe mein Herz und Liebe behalten, aber Gutgläubigkeit abgelegt. Alkohol, Zigaretten und Drogen sind ein unsinniger Zeitvertreib von ziellosen Seelen. Religion ist privat, kann aber auch in die Irre führen. Der Tod kommt über Nacht, so wie die Diebe und egal wie wachsam Du bist, Du weißt nie wann und wo. Und das wichtigste ist Brüder außerhalb der eigenen Familie zu haben.
Nun hört sich das alles nach einer harten Vergangenheit an, trotzdem klingt deine Musik nach Spaß und großer Herzlichkeit, wie kombinierst du dies und bist du denn heute eher ein melancholischer oder fröhlicher Mensch?
Ying und Yang, ich bin Waage vom Sternzeichen. Ich bin Deutscher, mein Opa hieß Fritz, mein Vater Volker Wilhelm Alexander. Ich gehöre zur Yang Familie in Korea. Vater und Mutter sind beide im Krieg aufgewachsen, mein Vater aus der ersten Welt, meine Mutter aus der dritten, die heute auch erste Welt ist. Ich habe meinen Willen, die Herzlichkeit und Freude am Leben von meinen Eltern. Sie haben mir beigebracht das man nicht rumheulen soll, weil keiner einen aus dem Dreck ziehen wird, besonders nicht der Staat. Mein Vater war Atheist, meine Mutter glaubt nicht. Daher habe ich das Lachen, wenn ich mit Menschen zusammen bin, egal wie die Situation ist, so wie Jackie Chan, als er sich beim Dreh ein Bein brach aber einen Lachkrampf dabei bekam. Das habe ich von meiner Mutter.
Deine Musik und Lieder deines letzten Albums „pure“ hast du zum Teil vor über 10-12 Jahren geschrieben, stimmt das und warum hast du die alten Sachen noch mal raus geholt?
Ja das stimmt, ich brauch niemandem etwas vorzumachen. Ich mache Musik, weil ich meine Inspiration und Emotionen teilen möchte. Live konnte ich bei jeder Show sehen, dass ich das Herz eines Menschen mit dem Song glücklich machen konnte. Auch wenn nur für knappe 3 Minuten, aber ich habe dann etwas Gutes getan. Das sind genug Gründe für mich gewesen, das Pure Album zu releasen.
Wie kam es dazu, dass du deine musikalische Bestimmung im Reggae gefunden hast, wo liegen deine Wurzeln?
Eine musikalische Bestimmung gibt es nicht. Ich habe viel Gefühl für gewisse Rhythmik, die liegt aber genauso tief im Hip Hop und in der Gitarrenmusik generell. Meine Wurzeln liegen darin, jedem Song passend zu seinem Inhalt auch das richtige Klanggewand zu geben. Ich habe meine Art moderne handgemachte Musik mit ehrlichen Emotionen zu machen.
Was möchtest du sowohl musikalisch als auch in deinen Texten transportieren?
Liebe und Kraft. Ich will das meine Musik zu Dynamik und positiver Kraft im eigenen Leben verhilft, so wie das Marley und andere zum Beispiel für mich konnten.
Was wirst du denn auf dem diesjährigen Campusfestival in Görlitz präsentieren, du trittst live mit deiner Band auf?
Ich präsentiere mich modern und handgemacht wie eh und je. Das besondere Neue: Ich bin nun zu einem Sky Rider geworden und habe 12 neue Songs. Man darf gespannt sein auf die Dynamik und Power der neuen Show!
Ach ja und es wird jetzt auch wieder ein paar db lauter, weil die Songs jetzt mit meiner neuen Band gerockt werden.
Campus Festival Sky Rider is on the way, Fast Forward Mr. Sunshine is coming to let the Golden Sun shine!
Wir freuen uns auf dich! Bis bald!
Interview: Nicole Zwahr
Weblinks
Schlagworte zu diesem Beitrag:Festivals, Görlitz, Hochschule, Musik, Open Air, Rock






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