Interview mit Steffen Bennemann
“Von Musikliebhabern für Musikliebhaber” – unter diesem Motto wird der Mittelhof am Berzdorfer See bei Görlitz am 16. und 17. Juli 2010 zu neuem Leben erweckt. Einst befand sich hier die Ortschaft Deutsch Ossig, welche in den 80-er Jahren dem Braunkohleabbau geopfert wurde. Mit der Flutung des Tagebaus entsteht derzeit ein Naherholungsgebiet direkt vor den Toren der Stadt. Sir Shandy mox mox, seines Zeichens einer der Initiatoren und Namensgeber des Openairs Moxxom sowie langjähriger DJ aus unseren Landen, freut sich riesig auf das Wochenende: „Ich lebe und liebe die elektronische Musik und weil mir in letzter Zeit das Auserlesene in den hiesigen Clubs etwas zu kurz kommt, dachte ich es wäre an der Zeit, mal etwas Neues zu machen. Ich mag die familiäre Atmosphäre und den Charm solcher Partys, deshalb geht’s back to the roots von der Größe her einen Schritt zurück und musikalisch zwei nach vorn. Ok aus einer kleinen Idee ist, je länger wir dran gefeilt haben, dann doch etwas mehr geworden, es erwartet euch aber dafür ein ziemlich dickes Live Spektakel, was man unschwer an den Acts erkennt. Und auf jeden Fall wird das Moxxom unsere elektronische Musikwelt um einiges bunter machen!“
Auserlesene Perlen
Musikalischer Höhepunkt des Wochenendes ist das Livekonzert von Hendrik Weber alias Pantha du Prince, dessen aktuelles, beim britischen Label Rough Trade erschienenes Album “Black Noise” auch außerhalb der elektronischen Musikszene weltweit Beachtung fand und in den Feuilletons von Zeitungen wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung oder der New York Times gewürdigt wurde. Nicht minder interessant versprechen die zwei weiteren Liveauftritte von Juno6 sowie Good Guy Mikesh & Filburt, sowie das DJ-Set von Steffen Bennemann am Samstagabend zu werden. Lokale Unterstützung kommt von Moritz Schlieb, Jazzman und Sir Shandy mox mox. Bereits am Freitag sorgen Coline, Schumann & Kloss sowie Zero in Something für den perfekten Start in ein langes Wochenende voller ausgesuchter musikalischer Perlen.
Im Interview: Steffen Bennemann
(Styrax, Nachtdigital, Distillery / Leipzig)
Musik ist eine Angelegenheit des Herzens. Steffen Bennemann weiß um diesen Umstand und setzt seine akustischen Nadelstiche folglich genau dort, wo sie zum Ziel führen: Mitten ins Herz. Mal subtil, mal ganz offensichtlich – Emotionen spielen die Hauptrolle in der Musik des Herrn Bennemann. House ist ihm dabei ebenso recht wie Techno und Dub – wäre Herr Bennemann ein Koch, so würden bei ihm sämtliche Klassifizierungsversuche wie “amerikanisch”, “europäisch”, “traditionell” oder “modern” ihr Ziel verfehlen. Die Wahrheit – man ahnt es schon – liegt wohl irgendwo dazwischen. Fröhlich winkt Steffen der Stylepolizei und öffnet für uns eine neue Pralinenschachtel voller Überraschungen. Lest hier unser Exklusives Interview mit dem Leipziger DJ Und Veranstalter:
Steffen, einige kennen Dich sicherlich bereits, aber vielen bist Du (noch) unbekannt. Wie würdest Du denen denn beschreiben, wer dieser “Steffen Bennemann” ist und was er so macht?
Ich mache und spiele Musik und außerdem veranstalte ich gemeinsam mit vielen Freunden ein kleines Festival, das heißt Nachtdigital.
Liest man die Kommentare in Foren oder zu Videos bei Youtube & Co., so schwärmen die Leute vor allem von Deinen Nachtdigital-Sets zum Sonnenaufgang. Ist das Deine liebste “Auflegezeit”?
Ja, definitiv. Ich glaube das passt einfach am besten zu meiner Musik und auch zu meiner generellen Natur.
Auf Deiner Homepage veröffentlichst Du regelmäßig die Platten, die Du gerade besonders magst. Darunter sind auch einige “nicht-elektronische” – bist Du im Grunde Deines Herzens etwa ein “Rocker”? ;o
Ich mag generell Musik, ziemlich egal aus welchem Genre. Die Empfehlungen gebe ich immer, weil ich möchte, dass tolle Musik auch von möglichst vielen Leuten gehört und entdeckt wird.
Du bist nicht nur DJ, sondern produzierst auch selbst und hast mit “1bit wonder” sogar mal ein eigenes Netlabel betrieben. Kann man da in der nahen Zukunft neue Projekte erwarten?
Bestimmt. Ich suche noch, aber irgendwann werde ich auch mal fündig. 1bit wonder war schön und hat Spaß gemacht, aber jetzt ist es Zeit für was anderes, was Neues.
Im Zuge der Entwicklung haben viele DJs auf mp3 und Laptop gewechselt. Womit legst Du am liebsten auf?
Ich spiele ca. 50-50 Vinyl und CDs. Am liebsten spiele ich Platten, aber das geht leider nicht immer so einfach. Mal Brummen die Plattenspieler, mal springt die Nadel, mal hat man ausgerechnet DIE Platte nicht eingepackt. Ansonsten spiele ich von CD hauptsächlich Sachen zum Austesten. Aber Sachen für die Sammlung, also Musik die man auch noch in ein paar Jahren haben und hören möchte, brauche ich immer auch auf Platte. Dann hat man einfach einen anderen Bezug dazu, ähnlich wie vielleicht mit Büchern im Vergleich zu PDFs. Die Information die drin steckt ist bei beiden exakt die gleiche – aber vom Gefühl her ist es was völlig anderes. Es gibt keine Lieblings- MP3s, genauso wenig wie es Lieblings-PDFs gibt. Aber es gibt Lieblingsplatten und Lieblingsbücher! Und es macht auch viel mehr Spaß, sie zu verschenken! Und sie riechen gut! Und sie sind wertvoll, im Idealfall irgendwann mal sogar viel wertvoller als man mit Geld bezahlen kann!
Deejaying hat sich in den letzten Jahren ja schon fast zum “Volkssport” entwickelt. Welchen Rat kannst Du DJ-Neulingen mit auf den Weg geben?
Macht was Spezielles. Kauft Platten. Hört Musik. Genießt es.
Am 17. Juli legst Du am Berzdorfer See beim Moxxom Openair auf, welches in diesem Jahr zum ersten Mal stattfindet. Dieses ist ja in der hiesigen Szene schon sehr positiv in aller Munde. Wie siehst Du als Außenstehender den Stellenwert der Veranstaltung?
Ich finde neue Sachen immer gut, vor allem wenn sie an solch interessanten Orten stattfinden. Und das Gesamtprogramm liest sich auch super! Vielleicht ist es der Anfang für eine schöne Tradition, für eine lange Geschichte.
Danke für das Interview und wir freuen uns sehr auf Deine Musik beim Moxxom!
Interview: Shandy
Weitere Informationen und Vorverkaufstickets bekommt ihr unter: www.moxxom-openair.de
Schlagworte zu diesem Beitrag:Electro, Görlitz, House, Interview, Musik, Nachtdigitial, Open Air, Party, Zittau






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